NewsPolitikArzneimittelausgaben im Jahr 2011 deutlich gesunken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Arzneimittelausgaben im Jahr 2011 deutlich gesunken

Montag, 27. August 2012

dapd

Berlin – Die Arzneimittelausgaben sind von 30,2 Milliarden Euro im Jahr 2010 um 1,2 Milliarden Euro auf 29,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gesunken. Das geht aus dem Arzneimittel-Atlas 2012 vor, den das IGES-Institut im Auftrag des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa) erstellt hat. Erstmals seit dem Jahr 2004 sei es damit zu einem erheblichen Rückgang der Arzneimittelausgaben gekommen, erklärte der Leiter des IGES-Instituts, Bertram Häussler, am Montag bei der Vorstellung des Atlas‘ in Berlin. Grund dafür sei vor allem das GKV-Änderungsgesetz aus dem Jahr 2010, mit dem der Abschlag, den die Arzneimittelhersteller den gesetzlichen Krankenkassen einräumen müssen, von sechs auf 16 Prozent erhöht und ein Preismoratorium verhängt worden war.

Insgesamt hätten die Hersteller Rabatte in Höhe von 1,7 Milliarden Euro gewährt, sagte Häussler. Weitere Einsparungen in Höhe von 640 Millionen Euro seien insbesondere durch das Auslaufen von Patenten entstanden. Auf der anderen Seite hätten die gesetzlichen Krankenkassen im untersuchten Zeitraum 426 Millionen Euro mehr für neue Arzneimittel ausgegeben. Und schließlich habe der gestiegene Verbrauch von Arznei­mitteln zu einer Ausgabensteigerung von 970 Millionen Euro geführt – der Verbrauch sei um 2,6 Prozent auf 39,3 Milliarden verordnete Tagesdosen gestiegen. 

Anzeige

„Der Mehrverbrauch hat verschiedene Ursachen“, sagte Häussler. Zum einen würden noch nicht alle therapiebedürftigen Patienten mit Arzneimitteln versorgt. Dies gelte vor allem bei Immunsuppressiva und Arzneimitteln gegen Hypertonie. Und zum andere gebe es infolge des demografischen Wandels und der Zunahme der Erkrankungshäufigkeit mehr Patienten. So steige zum Beispiel die Zahl der an Diabetes mellitus erkrankten Patienten stetig.

Die Hauptgeschäftsführerin des vfa, Birgit Fischer, warb dafür, die einzelnen Ausgaben­blöcke der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (stationär, ambulant und Arzneimittel) künftig nicht mehr nur für sich zu betrachten, sondern das gesamte Netz der Versorgung in den Blick zu nehmen. „Je besser die Behandlungsmöglichkeiten mit Arzneimitteln sind, desto besser kann man im weiteren Behandlungsverlauf zu Einsparungen kommen“, sagte sie. Zum Beispiel könne der Einsatz teurer Arzneimittel in der Summe zu Ein­sparungen führen, weil dadurch Nebenwirkungen reduziert und Folgeerkrankungen oder Krankenhauseinweisungen vermieden würden.

Der Arzneimittel-Atlas schlüsselt in diesem Jahr erstmals den Arzneimittelverbrauch nach Regionen auf, zum Beispiel für die Antidiabetika. Danach liegt in Deutschland der Pro-Kopf-Verbrauch bei 30 Tagesdosen pro Versichertem. Im Osten ist er jedoch deutlich höher als im Westen – am höchsten in Sachsen-Anhalt (46 Tagesdosen) und am niedrigsten in Schleswig-Holstein (25 Tagesdosen). © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. November 2020
Berlin – Angesichts steigender Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) hat sich der AOK-Bundesverband für eine Reform der Preisbildung gemäß
AMNOG-Verfahren: AOK für Abschaffung der freien Preisbildung
9. Oktober 2020
Berlin – Das Ausgabenvolumen für Arzneimittel steigt im kommenden Jahr um 4,6 Prozent. Das ist das Ergebnis der bundesweiten Rahmenvorgaben, auf die sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und
Ausgabenvolumen für Arznei- und Heilmittel steigt
24. September 2020
Heidelberg/Berlin – Die Arzneimittelausgaben sind im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent auf 43,4 Milliarden Euro angestiegen. Grund dafür sind insbesondere neu auf den Markt gekommene, patentgeschützte
Preise für Onkologika um 14 Prozent gestiegen
17. September 2020
Hamburg – Die Kosten für neu zugelassene Arzneimittel haben sich in den letzten zehn Jahre nahezu vervierfacht. Lagen die durchschnittlichen Kosten für neu auf den Markt gekommene Medikamente im Jahr
Preise neuer Arzneimittel steigen auf Rekordniveau
16. September 2020
Berlin – Die FDP-Bundestagsfraktion hat sich dafür ausgesprochen, angesichts der hohen Kosten zur Bewältigung der Coronakrise bei anderen Ausgaben zu sparen. Außerdem solle die Rente mit 63
FDP-Bundestagsfraktion will Ausgabenstopp im Etat für Nicht-Coronamittel
28. Juli 2020
Frankfurt am Main – Im vergangenen Jahr hat die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) 49,1 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Davon musste die GKV 73 Prozent (35,9 Milliarden Euro)
GKV-Arzneimittelausgaben trotz Einsparungen weiter gestiegen
19. Juni 2020
Stanford/Kalifornien – Frauen, denen in den 90 Tagen vor dem Beginn einer Schwangerschaft Benzodiazepine verordnet wurden, hatten in einer Kohortenstudie ein erhöhtes Risiko auf eine
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER