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Speiseröhrenkrebs auf dem Vormarsch

Montag, 27. August 2012

Hamburg – Auf die Zunahme des sogenannten Barrett-Karzinoms hat die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hingewiesen. Sein Auftreten habe sich in den vergangenen 20 Jahren versechsfacht. Die Prognose für manifesten Speiseröhrenkrebs ist laut der Fachgesellschaft ungünstig: Fünf Jahre nach der Diagnose liege die Überlebensrate derzeit bei 17 Prozent. Werde die Erkrankung jedoch früh erkannt und behandelt, sei sie in mehr als 90 Prozent der Fälle heilbar.

„Eine Barrett-Schleimhaut liegt durchschnittlich bei bis zu 1,3 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland vor, auch wenn jüngste Berichte eine deutlich höhere Rate annehmen lassen“, sagte Jürgen Hochberger, Vorsitzender der Sektion Endoskopie der DGVS. Besonders betroffen seien Männer über 50 Jahren mit chronischem Reflux und Übergewicht.

„Sie entwickeln in 13 Prozent der Fälle eine Barrett-Schleimhaut. Deren Risiko einen Krebs zu entwickeln ist 40-125fach, und damit im Vergleich zur Normalbevölkerung stark erhöht“, sagte Hochberger, der auch Chefarzt der Medizinischen Klinik III am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim ist. Neben Reflux und Übergewicht sei vitaminarme Ernährung ein wesentlicher zusätzlicher Risikofaktor.

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In den vergangenen zehn Jahren haben Ärzte laut der DGVS große Fortschritte darin gemacht, die Krebsvorstufen in Barrett-Schleimhaut und Schleimhautkrebs zu erkennen und mit dem Endoskop zu behandeln.

Derzeit existieren drei verschiedene Verfahren, die alternativ oder ergänzend einsetzbar sind: Die längste Erfahrung besteht heute für die sogenannte Mucosaresektion mit Nachverfolgungszeiträumen bis 15 Jahre. Dabei trägt der Arzt mit der Endoskopschlinge schrittweise Schleimhautstückchen mit bis zu zwei Zentimeter Größe ab. 2003 wurde in den USA darüber hinaus ein sehr wenig Körper eingreifendes Verfahren entwickelt, die sogenannte Radiofrequenz-Ablation oder auch BarrX-Verfahren.

Hierbei veröden Ärzte mittels Strom über einen aufblasbaren zylindrischen Ballon die veränderte Speiseröhrenschleimhaut oberflächlich. Das dritte und jüngste Verfahren ist die Endoskopische Submucosa-Dissektion (ESD). Laut der Fachgesellschaft bieten sie bisher nur wenige Zentren in Europa an. Sie ermöglicht erstmals die röhrenförmige Entfernung der kompletten Schleimhaut mit den Krebsbezirken.

Wesentlicher Vorteil ist, dass der Pathologe anschließend die Schleimhaut als Ganzes unter dem Mikroskop untersuchen und damit eine eindeutige feingewebliche Aussage darüber treffen kann, ob die krankhaften Stellen in der Tiefe und zu den Rändern komplett entfernt wurden. „Durch die restlose Entfernung können wir davon ausgehen, dass die ESD von allen drei genannten Verfahren mit Abstand das geringste Wiedererkrankungsrisiko aufweist“, erklärte Hochberger. Sie sei jedoch das eingreifendste Verfahren, erfordere ein hohes fachliches Können vom Endoskopiker und sei am zeitaufwändigsten. © hil/aerzteblatt.de

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