NewsPolitikReformbedarf in Altenpflegeheimen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Reformbedarf in Altenpflegeheimen

Dienstag, 28. August 2012

dapd

Berlin – Reformen in stationären Pflegeeinrichtungen sind nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (DHPV) dringend notwendig. „Die weiter wachsende Zahl hoch betagter Menschen in Pflegeheimen stellt unsere Gesellschaft vor eine der größten Herausforderungen. Sie alle haben ein Recht darauf, in Würde zu leben und zu sterben“, erklärte Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands heute in Berlin. Darauf müssten nicht nur die Pflegeheime reagieren, sondern auch Selbstverwaltung, Bund, Länder und Kommunen müssten die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung schaffen.

  • Zahlen zur Pflege 1/7

    • Rund 2,37 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig; das sind knapp drei Prozent der Bevölkerung.
  • Zahlen zur Pflege 2/7

    • In Deutschland leben rund 1,1 Millionen Demenzkranke; jedes Jahr kommen rund 200.000 Neuerkrankungen hinzu.
  • Zahlen zur Pflege 3/7

    • Es gibt rund 11.600 Pflegeheime in Deutschland.
  • Zahlen zur Pflege 4/7

    • 2009 erhielten 700.000 Pflegebedürftige eine vollstationäre Dauerpflege.
  • Zahlen zur Pflege 5/7

    • Es sterben rund 30 Prozent der Menschen in einer Pflegeeinrichtung.
  • Zahlen zur Pflege 6/7

    • 1910 betrug das Durchschnittsalter in Deutschland 23,6 Jahre; 2050 soll es bei 50,4 Jahren liegen
  • Zahlen zur Pflege 7/7

    • Von 82 Millionen Menschen waren 2009 rund 21 Millionen 65 Jahre und älter;diese Altersgruppe wird bis 2050 auf 40 Prozent der Gesamtbevölkerung steigen.
      (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Deutscher Hospiz- und Palliativverband August 2012)
Anzeige

Die Organisationen stellten ihr Grundsatzpapier „Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen“ vor. Dabei betonte Friedemann Nauck, Präsident der DGP, dass zu einer würdevollen Betreuung am Lebensende in Pflegeheimen sowohl die Behandlung und Linderung von Schmerzen und weiteren körperlichen Symptomen, die umfassende palliativpflegerische Versorgung als auch die psychosoziale und spirituelle Begleitung gehöre.

„Wir müssen Bewohner und ihre Angehörigen mit ihren Sorgen und Ängsten in den Pflegeheimen ernst nehmen und ihnen alle Möglichkeiten der Unterstützung und Entlastung bieten. Der alte Mensch muss im Pflegeheim im Mittelpunkt stehen“, erklärte der Palliativmediziner.  Notwendig seien dazu auch qualifizierte Hausärzte, die in Heimen arbeiteten.

Nach Angaben der Organisationen sind rund 2.4 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig, im Jahr 2030 sollen es  3,5 Millionen sein. Eine zunehmende Anzahl alter Menschen lebe zudem  am Ende des Lebens in einer von derzeit rund 11.600 stationären Pflegeeinrichtungen und sterbe auch dort. DGP und DHPV fordern deshalb, dass die Begleitung, Pflege und Behandlung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen als eine der wichtigsten Säulen der Arbeit von Pflegeeinrichtungen anerkannt wird. © ER/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Februar 2019
Stuttgart – Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) schlägt ein neues Finanzmodell für die Altenpflege vor. In der der Badischen Zeitung vom Donnerstag sprach er sich dafür
Lucha will Pflegeheimbewohner vor steigenden Kosten schützen
12. Februar 2019
Freiburg – Kirchliche Altenhilfe-Dachverbände haben sich für eine finanzielle Entlastung von Pflegebedürftigen ausgesprochen. Der bundesweite Durchschnitt der Eigenanteile für einen Heimplatz von
Verbände für Deckelung des Eigenanteils für Pflegeheime
11. Februar 2019
Frankfurt am Main/Kassel – Angesichts des Personalmangels in der Pflege haben nach einer Branchenumfrage weit mehr als die Hälfte der Einrichtungen offene Stellen. 60 Prozent haben demnach unbesetzte
Pflegeheime: Offene Stellen und kein Geld für mehr Personal
8. Februar 2019
Stuttgart – Pflegebedürftigkeit stellt aus Sicht des Sozialverbands VdK immer häufiger ein Armutsrisiko dar. Durch zu hohe Heimkosten würden immer mehr Pflegebedürftige zum Sozialfall, kritisierte
Sozialverband kritisiert wachsendes Armutsrisiko in der Pflege
31. Januar 2019
Berlin – Die Bundesregierung hat Opfern des Nationalsozialismus bisher bei einem Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim die Opferrente gekürzt. Das Bundesfinanzministerium hat diese umstrittene Regelung
Bundesregierung lenkt im Streit um gekürzte NS-Opferrenten ein
28. Januar 2019
Berlin – Pflegebedürftige müssen für ihre Unterbringung in Heimen aktuellen Zahlen zufolge immer höhere Summen aus eigener Tasche aufbringen. Im Bundesdurchschnitt sind die Kosten, die Heimbewohner
Eigenanteil für Pflegebedürftige steigt
3. Januar 2019
Düsseldorf – Unzufrieden mit dem Ablauf der Schiedsverfahren zwischen Kostenträgern und Pflegeheimen ist der nordrhein-westfälische Gesundheits- und Pflegeminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Sie
LNS
NEWSLETTER