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Sozio-kulturelle Faktoren bei Prävention stärker berücksichtigen

Dienstag, 28. August 2012

München – Bei den meisten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist es ungünstiger, in einem Land mit hohem Einkommen zu leben oder innerhalb eines Landes einer höheren Einkommensschicht anzugehören. Ausnahmen sind das Rauchverhalten und ein ausreichender Konsum von Obst und Gemüse. Das berichten Wissenschaftler um Salim Yusuf von der McMaster University und Hamilton Health Science, Hamilton, Kanada, auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München.

Laut den Autoren sind weltweit drei Risikofaktoren für 50 bis 60 Prozent des gesamten Herz-Kreislauf-Risikos verantwortlich: ungünstige Ernährung, zu wenig Bewegung und Rauchen. In der neuen PURE-Studie (Prospective Urban Rural Epidemiology) gingen die Forscher der Frage nach, welche sozioökonomischen Faktoren dieses Risikoverhalten beeinflussen. Dafür erhoben sie das Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie die Rauchgewohnheiten von 154.000 Personen aus 17 Ländern, vertreten waren alle bewohnten Kontinente außer Australien.

Zunächst zeigte sich, dass die Bewohner eines Landes weniger Obst und Gemüse essen und mehr rauchen, wenn sie ein niedriges Haushaltseinkommen haben oder in einem Land mit niedrigem Bruttonationalprodukt (BNP) leben. Der Zusammenhang mit dem Tabakkonsum gelte zumindest für Männer, das Rauchverhalten von Frauen ist laut den Autoren weniger eindeutig.

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Bei den anderen für die Herzgesundheit wichtigen Lebensstilfaktoren seien Menschen in den wohlhabenden Ländern der Welt beziehungsweise in den höheren Einkommens­schichten im Nachteil: Je höher das BNP oder je höher das Haushaltseinkommen sei, desto höher sei auch der Fettkonsum und die Aufnahme ungesättigter Fettsäuren. Das gelte auch für den Verzehr von Fleisch.

Außerdem nehme das Ausmaß körperlicher Bewegung mit zunehmendem Wohlstand deutlich ab. „„Das wird auch nicht durch Freizeitaktivitäten ausgeglichen, die im Wohl­stand naturgemäß weiter verbreitet sind“, sagte Yusuf. Die Differenz zwischen den ärmsten und reichsten Ländern bei der täglichen Bewegung entspreche dem Äquivalent von drei Stunden Jogging.

„Präventionsstrategien müssen die spezifischen, ungleich verteilten Ursachen berücksichtigen und können deshalb nicht generalisiert empfohlen werden. Das ist eine wichtige Folgerung aus dieser Untersuchung“, kommentierte der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Eckart Fleck vom Deutschen Herzzentrum Berlin, die Untersuchung. © hil/aerzteblatt.de

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