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Künstliches Koma sollte so flach und so kurz wie möglich sein

Mittwoch, 29. August 2012

Stuttgart – Auf neue Ergebnisse zur therapeutischen Langzeitsedierung, oft auch als „künstliches Koma“ bezeichnet, hat die Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) hingewiesen. „Hierdurch wird das Gehirn in einen stabileren Zustand versetzt, indem die Funktion zwar gedrosselt wird, dadurch aber auch weniger Bedarf an Durchblutung und Nährstoffen besteht“, erläuterte der Präsident der Fachgesellschaft, Andreas Unterberg, Direktor der Neurochirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Bei Patienten mit schweren Hirnverletzungen ist unter Umständen eine Langzeitnarkose über Wochen oder Monate notwendig. Das birgt jedoch auch Risiken. Laut Oliver Sakowitz, Geschäftsführender Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg, steigt beispielsweise die Gefahr von Infektionen bei längerer künstlicher Beatmung. „Wesentlich ist es, die Tiefe der Narkose mittels klinischer Untersuchungsprotokolle zu verfolgen und im gewünschten Bereich konstant zu halten“, so Sakowitz.

Zu modernen Sedierungskonzepten gehören nach Meinung der DGNI-Experten bei weniger kritischen Patienten tägliche Aufwachversuche, aber auch Sedierungspausen und eine engmaschige Überwachung der Sedierungstiefe. Für das Monitoring eigne sich ein Erfassungsbogen mit einer zehnstufigen Skala, mit deren Hilfe Ärzte die Tiefe der Sedierung einstufen könnten. Alle acht Stunden sollten diese Daten erhoben und protokolliert werden, rät die DGNI.

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Sakowitz betonte, eine Langzeitsedierung schade dem Gehirn des erwachsenen Patienten nicht. Solange Nebenwirkungen auf andere Organe vermieden werden, sei sie eine adäquate Maßnahme, um das verletzte Gehirn zu schützen und Folgeschäden zu vermeiden. © hil/aerzteblatt.de

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