NewsÄrzteschaftGOÄ-Reform: Gemeinsamer Rahmenvertrag von Ärzteschaft und PKV-Verband zurzeit nicht in Sicht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

GOÄ-Reform: Gemeinsamer Rahmenvertrag von Ärzteschaft und PKV-Verband zurzeit nicht in Sicht

Freitag, 31. August 2012

dapd

Köln – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und der Verband der privaten Kranken­ver­sicherung (PKV) haben sich auch bei einer dreitägigen Klausursitzung vom 20. bis 22. August in Köln nicht auf einen Rahmenvertrag für die Reform der Amtlichen Gebühren­ordnung für Ärzte (GOÄ) einigen können.

„Die Positionen liegen zurzeit so weit auseinander, dass weitere Verhandlungen in nächster Zeit keinen Sinn machen“, betonte Theo Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Vorsitzender des BÄK-Ausschusses „Gebührenordnung“, heute gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Details nannte er jedoch nicht.

Anzeige

Dem Vernehmen nach beharrt der PKV-Verband auf einen pauschalen Risiko­ab­schlag für alle privatärztlichen Rechnungen in Höhe von 25 Prozent. Damit wollen die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen offenbar ausschließen, dass ihre Leistungsausgaben explo­dieren, falls die neue GOÄ teurer wird als kalkuliert. Windhorst: „Eine ausschließlich nach PKV-Kriterien erstellte GOÄ ist mit uns jedenfalls nicht zu machen. Dann bleibt es eben bei der alten.“

Bis auf weiteres wird es somit keinen gemeinsamen Rahmenvertrag zwischen der Ärzteschaft und dem PKV-Verband für die Weiterentwicklung der privatärztlichen Gebühren­ordnung geben. Genau den hatte aber das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium als zuständiger Verordnungsgeber von den Parteien eingefordert, um darauf aufbauend einen Entwurf für die Novellierung der GOÄ vorzulegen.

„Wir haben das BMG bereits über den Verhandlungsstand informiert“, berichtete Windhorst. Demnächst werde es dann wohl ein Spitzentreffen im Ministerium geben. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe: „Natürlich ist die Tür für eine Einigung nicht zu. Aber es wird schwierig.“ © JF/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 2. September 2012, 01:21

PKV-Verband und die Gunst der Stunde!

Bei einer pauschalen Abschlagsforderung von 25 Prozent auf die GOÄ-Umsatzhonorare fühlt sich der Bundesverband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rungen (PKV) offensichtlich durch die jüngsten Forderungen des GKV-Spitzenverbands nach Absenkung des EBM-Orientierungspunktwertes um 7 Prozent ermutigt und aufgestachelt.

Man solle doch nicht "... auf Steinzeitpositionen verharren", wie der Verhandlungsführers des PKV-Verbands, Dr. Volker Leienbach, zu formulieren beliebte, fällt direkt auf die PKV zurück. Denn der ärztliche Verhandlungsführer als Chef der ÄK-WL und Vorsitzender des Gebührenordnungsausschusses der Bundesärztekammer, Dr. Theodor Windhorst, hat schon Jahrzehnte lange Erfahrung mit fehlender Kompromissbereitschaft und Honoraranpassung beim PKV-Verband.

Nur zur Erinnerung: Die derzeit gültige Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)
• ist in ihrer Systematik auf dem Stand vom 16.4.1987 (BGBlatt, I, S. 1218)
• der GOÄ-Punktwert wurde in 29 Jahren (1983-2012) um 14 % gesteigert
• kalkulatorischer Punktwert 10 (1983) und zuletzt 11,4 Pfennige (1996)
• keine Preiserhöhung mit der Euro-Umstellung seit 1.1.2002

Von 1983 bis 2012 wurden unsere GOÄ-Praxisumsätze um nur 0,48 Prozent pro Jahr erhöht. Und der Bundesgesetzgeber versteckt sich hinter der unzureichenden Verhandlungsbereitschaft der PKV-Verbands, obwohl er da mit seiner Richtlinienkompetenz schon längst hätte durchgreifen müssen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #109757
Loewenherz
am Freitag, 31. August 2012, 16:03

Instabilität im System vs. Niederlassungsbereitschaft

Bei den ganzen Diskussionen und "Verhandlungen" um die Entlohnung ambulanter ärztlicher Leistung, stetig steigende Nebenkosten und den derzeitigen Gewerbemieten, wundert mich die Niederlassungs- und Praxisübernahmemüdigkeit derzeit nicht im geringsten.
LNS

Nachrichten zum Thema

2. Dezember 2020
Berlin – Der Klimawandel bedroht das Leben und die Lebensgrundlagen von vielen Menschen weltweit, auch in Deutschland. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) fordert anlässlich der neuen Ausgabe des „Lancet
Bundesärztekammer hält entschiedenes Handeln gegen den Klimawandel für notwendig
30. November 2020
Berlin – Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und Deutsche Aidshilfe (DAH) haben anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember eine gemeinsame Broschüre für Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal vorgelegt. Sie
Broschüre soll Unsicherheiten im Umgang mit HIV-Patienten ausräumen
26. November 2020
Berlin – Der Geschäftsführer der Dievini Hopp BioTech Holding, Friedrich von Bohlen und Halbach, geht davon aus, dass DNA- und mRNA-basierte Impfstoffe schnell und günstig adaptiert werden können, um
Auch nach den ersten Coronaimpfungen bleiben offene Fragen
24. November 2020
Berlin – Sanktionen sind das falsche Mittel, um Ärzten zu begegnen, die Vorbehalte gegen die Digitalisierung in Praxen und den Anschluss an der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) haben. Das hat der Präsident
Reinhardt: „Jetzt ist nicht die Zeit für Sanktionen“
16. November 2020
Berlin – Vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Coronalage in Deutschland forderte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Klaus Reinhardt, eine stärkere Unterstützung für die Krankenhäuser. Viele
Ärztepräsident fordert mehr Hilfe für Kliniken gegen Überlastung
5. November 2020
Berlin – Angesichts der aktuell weiterhin durch die Pandemie bestimmten Lage „wird die Politik nicht umhin kommen, Deutschlands Krankenhäuser – wenn auch präziser und passgenauer als im Frühjahr –
Politik muss Rahmen gegen Kommerzialisierung der Medizin schaffen
3. November 2020
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Zahlen von SARS-CoV-2 vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. „Wir müssen jetzt die Notbremse
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER