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Ärzteschaft

DIMDI fordert mehr Rehabilitations­programme für demente Patienten

Freitag, 31. August 2012

Köln – Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) fordert, den Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ bei dementen Patienten konsequent umzusetzen und geriatrische Rehabilitationsprogramme gezielt auch auf diese Klientel anzupassen. Derzeit erhalten dem DIMDI zufolge geriatrische Patienten mit der Nebendiagnose Demenz oft keine Rehabilitation, obwohl dies eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkasse sei.

Im Auftrag des DIMDI hatten Wissenschaftler herausgefunden, dass demenzkranke Patienten zwar langsamer und geringer von geriatrischen Rehabilitationsmaßnahmen profitieren, sich ihr Nutzen aber auch für diese Gruppe deutlich belegen lasse: Der Pflegeaufwand und die damit verbundenen Kosten sänken, die Lebenszufriedenheit steige. Dies gelte vor allem für Programme, die durch kognitives Training und Übungen die Wahrnehmungsfähigkeit fördern.

Vor diesem Hintergrund empfahlen die Wissenschaftler, bestehende Rehabilitations­programme um kognitives Training und Übungen zu erweitern und Angehörige in die Schulungen einzubinden. Darüber hinaus gelte es, Ärzte, Therapeuten und Pflege­personal im Umgang mit Demenzpatienten regelmäßig zu schulen sowie die Pflege­überleitung durch Hausbesuche der Therapeuten zu verbessern.

Laut Bundesministerium für Gesundheit lebten 2011 bundesweit rund 1,2 Millionen demenzkranke Menschen. Nach Hochrechnungen könnte sich ihre Zahl bei weiter ansteigender Lebenserwartung und konstanten altersspezifischen Erkrankungsraten bis 2050 mehr als verdoppeln. Die Krankheitskosten für Demenz betrugen laut Statistischem Bundesamt für 2008 rund 9,4 Milliarden Euro. © hil/aerzteblatt.de

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