NewsPolitikFresenius gibt Fusion mit Rhön-Klinikum vorerst auf
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Fresenius gibt Fusion mit Rhön-Klinikum vorerst auf

Montag, 3. September 2012

Bad Homburg – Der Gesundheitskonzern Fresenius legt seine Pläne zur Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum vorerst auf Eis. Den Aktionären werde kein neues Übernahmeangebot vorgelegt, sagte ein Sprecher am Montag. „Wenn man Milliarden investiert, muss man sicher sein, dass die angestrebten Ziele erreicht werden können.“ Es sei aber nicht gesichert gewesen, dass Fresenius seine Ziele hätte erreichen können, vor allem nicht bei der Kontrolle des Managements.

Der Konzern war Ende Juni mit einem Übernahmeangebot an die Aktionäre der Rhön-Klinikum AG gescheitert. Mit dem Ende der Angebotsfrist hatte sich Fresenius die Mindestannahmequote von 90 Prozent verpasst. In den vergangenen Wochen sei nach „konstruktiven Lösungen“ gesucht worden, um auch mit einem geringeren Anteil die „strategischen und wirtschaftlichen Vorteile“ einer Fusion erreichen zu können, erklärte Fresenius. Dies sei aber nicht gelungen. 

Anzeige

Der Gesundheitskonzern wolle aber trotzdem „einige Aktien“ der Rhön-Klinikum AG kaufen, „für den Fall, dass sich in der Zukunft etwas ändert“, sagte der Sprecher.

Damit bleibt die Rhön AG auf absehbare Zeit auch Betreiber des privatisierten Universitätsklinikums Gießen-Marburg. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, der Verzicht von Fresenius ändere nichts an Haltung und Vorgehen der Landesregierung zur Zukunft des Klinikums in Mittelhessen.

„Priorität haben für uns die Gewährleistung von Forschung und Lehre sowie die optimale Patientenversorgung und die Sicherung der Arbeitsplätze am drittgrößten deutschen Universitätsklinikum“, betonten Bouffier und Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in einer in Wiesbaden veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Sie fügten hinzu, die Gespräche mit allen Beteiligten würden weitergeführt. Als Gesprächs­partner der Landesregierung nannte er dabei die Präsidenten und Dekane der Universitäten Gießen und Marburg, die Geschäftsführung des Klinikums, den Rhön-Vorstand und den Betriebsrat.

Als erstes Ergebnis der bisherigen Runden sei bereits ein deutlich verbesserter Informationsfluss zwischen dem Land und der Rhön AG zu verzeichnen, würdigten Bouffier und Kühne-Hörmann. Das Land werde auch in Zukunft seine Einfluss­möglichkeiten geltend machen, um das Klinikum auf konstruktive Art und Weise voranzubringen. Derzeit halten die Rhön Klinik AG 95 Prozent und das Land Hessen fünf Prozent der Anteile an dem Universitätsklinikum.

Auch die Gewerkschaft Verdi forderte nach dem Scheitern der Übernahmebemühungen eine sichere Zukunft für das Universitätsklinikum Gießen-Marburg. Der Landesvorsitzende Jürgen Bothner warf der Landesregierung in diesem Zusammenhang Untätigkeit vor, die endlich aufgegeben werden müsse. „Patienten, Beschäftigte und Medizinstudenten brauchen eine verlässliche Zukunftsperspektive“, sagte der Gewerkschafter. © afp/dapd/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

8. November 2019
Bad Neustadt an der Saale – Die Rhön-Klinikum AG befindet sich eigenen Angaben zufolge weiter auf Kurs, die gesteckten Ziele für das Geschäftsjahr 2019 zu erreichen. So stieg der Umsatz des
Rhön-Klinikum trotz gestiegener Herausforderungen weiter auf Kurs
29. Oktober 2019
Bad Homburg – Der Medizinkonzern Fresenius bleibt nach einem soliden dritten Quartal bei seinen angehobenen Jahreszielen. Auch dank guter Geschäfte mit Nierenpatienten stiegen die Umsätze bereinigt um
Fresenius: Helios-Kliniken bleiben Sorgenkind
16. September 2019
Frankfurt/Bad Homburg – Der Medizinkonzern Fresenius behält sein Geschäft rund um Bluttransfusionen. Das Unternehmen sehe vom Verkauf der Transfusionsmedizin und Zelltherapien (TCT) ab, teilte
Fresenius behält Transfusionsmedizin
3. September 2019
Medellín (Kolumbien) – Der zu Fresenius Helios gehörende Krankenhausbetreiber Quirónsalud aus Spanien baut mit der Übernahme zweier weiterer Kliniken seine Präsenz im privaten Krankenhausmarkt
Fresenius Helios übernimmt weitere Krankenhäuser in Kolumbien
1. August 2019
Bad Neustadt – Die Rhön Klinikum AG hat ihren Gewinn nach Ablauf des zweiten Quartals des laufenden Geschäftsjahres steigern können. Das teilte der Konzern heute mit. Der Konzerngewinn stieg demnach
Rhön erhöht Umsatz und Gewinn
30. Juli 2019
Bad Homburg – Der Medizintechnikkonzern Fresenius hat im zweiten Quartal seinen Umsatz deutlich gesteigert und steckt sich nun für 2019 höhere Ziele. Während die Umsätze von April bis Juni um 8
Fresenius steigert Umsatz bei schwächelndem Gewinn
8. Juli 2019
Bad Homburg – Deutschlands größter Krankenhausbetreiber Fresenius baut seine Telemedizindienste für Patienten aus. Der Dax-Konzern habe angefangen, hierzulande einen Beratungsdienst über die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER