NewsVermischtesPatienten sollen sich nach der Erfahrung des Operateurs erkundigen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Patienten sollen sich nach der Erfahrung des Operateurs erkundigen

Montag, 3. September 2012

Hamburg – Patienten sollten sich vor einer Operation aktiv erkundigen, wie häufig der Chirurg einen minimalinvasiven Eingriff bereits vorgenommen habe. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). „Diese Frage ist in den USA mittlerweile üblich und sollte auch in Deutschland zur Routine werden“, sagte Stefan Post, Direktor der Chirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Mannheim und Kongresspräsident der DGAV. Er betonte, neben der Vorgeschichte des Patienten, der Erkrankung und Lage der Organe spiele die Erfahrung des Operateurs bei der Entscheidungsfindung eine sehr wichtige Rolle.

Ebenfalls wichtig sei zu erfragen, ob der Operateur während des Eingriffs bei Bedarf vom minimalinvasiven auf ein offenes Verfahren umsteige. „Hier liegt das richtige Maß in der Mitte“, so Post. Wer sehr häufig umsteige, beherrsche die Methode unzureichend, wer zu selten umsteige, gefährde unter Umständen die Heilungsaussichten. „Im Zweifel sollte immer das Wohl des Patienten den Ausschlag für eine Operationstechnik geben und nicht die eher kosmetische Frage, ob die Narbe einen oder sechs Zentimeter lang ist“, sagte der Viszeralchirurg.

Für einige Eingriffe haben sich laut der DGAV aber klare Präferenzen pro oder contra einer Schlüsselloch-OP herausgebildet. Müsse bei einer Frau im gebärfähigen Alter der Blinddarm entfernt werden, sei die laparaskopische Vorgehensweise vorzuziehen: „Dann kann der Chirurg während des Eingriffs auch erkennen, ob die Eierstöcke entzündet sind“, so Post.

Anzeige

Ähnliches gelte für eine Magen-verkleinerung oder -umleitung: „Auch übergewichtige Patienten operieren wir ausschließlich minimalinvasiv“, berichtet Post. Denn bei ihnen steige mit der Narbenlänge die Wundinfektionsrate.

Anders verhalte es sich zum Beispiel bei großem, fortgeschrittenem Magenkrebs. Hier sei ein offener Eingriff günstiger. „Der Tumor sollte während der Operation nach Möglichkeit nicht einreißen“, erklärte Post. Das könne der Chirurg eher sicherstellen, wenn er die Geschwulst vorsichtig mit den Händen halte anstatt mit starren Instrumenten. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #115981
stundenbuch
am Dienstag, 4. September 2012, 11:50

Klar doch

dann haben wir morgen 100 Chirurgen, die 1000 Engriffe haben und in 10 Jahren 50, die 2000 haben und 50 die "Null haben" und in 20 Jahren 100 Chirurgen, die "Null" haben. Irgendwann muss man es einmal lernen....
LNS

Nachrichten zum Thema

28. September 2020
Berlin – In Krankenhäusern, in denen häufiger komplexe Eingriffe am Organsystem Pankreas vorgenommen werden, stehen die Überlebenschancen besser. Dies geht aus einem heute veröffentlichten
Bauchspeicheldrüsen-OP: Geringere Sterblichkeit bei höheren Fallzahlen
21. September 2020
Berlin – Die Erfahrung eines Krankenhauses mit einem endoprothetischen Eingriff hat einen deutlichen Einfluss auf die kurzfristige Ausfallwahrscheinlichkeit von Hüft- und Knie-Totalendoprothesen (HTEP
Fallzahlen wirken sich auf Revisionsrate bei Hüft- und Knietotalendoprothesen aus
16. Juli 2020
Berlin – Postmortale Entnahmen von Spenderlebern können künftig nicht mehr auf die Mindestmenge angerechnet werden. Diese Änderung der Mindestmengenregelung für Lebertransplantationen hat der
Lebertransplantationen: Regeln für Mindestmengen geändert
19. Juni 2020
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) nimmt ein Beratungsverfahren für eine Mindestmenge für kathetergestützte Aortenklappenimplantationen (TAVI) auf. Ein entsprechender Antrag des
G-BA startet Beratungen zu Mindestmengen bei TAVI
28. Mai 2020
Berlin – Die Qualität bei Hüft- und Knieprothesenwechseln ist auch von der Fallzahl in einer Einrichtung abhängig: Je häufiger der Eingriff in einer Klinik erfolgt, desto seltener kommt es zu
Outcome beim Wechsel einer Hüft- oder Knieprothese hängt von Fallzahl ab
27. Mai 2020
Berlin – Scharfe Kritik an der Mindestmengenregelung in der Transplantationsmedizin üben die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), die
Transplantationsmedizin: Kritik an Rapid-Report zur Mindestmengenregelung
25. Mai 2020
Köln – Werden in einem Krankenhaus viele Patienten an der Speiseröhre operiert, sind ihre Überlebenschancen größer als in Häusern mit geringer Fallzahl. Zudem haben die Patienten seltener
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER