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Verbundprojekt gegen Prostatakrebs gestartet

Dienstag, 4. September 2012

Bonn – Fünf internationale Partner beteiligen sich unter Federführung der Universität Bonn an einem Verbundprojekt namens „META“ zur Diagnose und Therapie von Prostatakarzinomen. Die Europäische Union fördert das Projekt in den nächsten drei Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro.

„META“ steht für „Metastases targeting aptamers“ und damit für einen Weg, Krebszellen selektiv zu bekämpfen. „Wir nutzen so genannte Aptamere, die im Körper speziell an diese Krebszellen binden“, erläutert Günter Mayer vom Life and Medical Science Institute (LIMES) der Universität Bonn, der für die Gesamtkoordination des Projektes zuständig ist. Mit Hilfe dieser Aptamere wollen die Forscher die Tumor- und Metastasenzellen markieren und abtöten.

Aptamere sind Abwandlungen der Erbgutsubstanzen DNA oder RNA, die exakt an die selektiven Oberflächen von lebenden Zellen andocken können. „Das funktioniert ähnlich wie ein genetischer Fingerabdruck bei der Fahndung der Kriminalisten“, berichtet Mayer.

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Aptamere lassen sich in vielen verschiedenen Varianten synthetisch im Labor erzeugen. Deshalb gehen die Wissenschaftler nach dem sogenannten Schrotschussprinzip vor: Sie stellen Trillionen unterschiedlicher Aptamere her und bringen sie in die Blutbahn von Mäusen ein, die unter metastasierenden Prostatakarzinomen leiden.

„Ein winziger Teil dieser Trillionen verschiedenen Aptameren passt genau zu den Oberflächen der Metastasen- und Tumorzellen in den Mäusen und bindet daran“, berichtet der Koordinator. Die Forscher isolieren diese Zellen und analysieren dann, um welche Aptamersorte es sich genau handelt. „Wir haben dann ein Molekül, das wie ein molekularer Profiler zielgenau die Primärtumoren und Metastasen aufspürt“, erläutert der Bonner Biochemiker.

Wenn die passgenauen Aptamere etwa mit Farbstoffen verbunden werden, ließen sich damit die Prostatakrebszellen zum Leuchten bringen und für die Diagnostik darstellen. Darüber hinaus tauge die variantenreiche Stoffgruppe für neuartige Therapien. Ist das passende Aptamer gefunden, wollen es die Forscher mit winzigen Chemotherapeutika beladen. Docken die Moleküle dann an die Tumor- und Metastasezellen, sollen sie die Tumorzellen abtöten, ohne das angrenzende Gewebe zu schädigen.

An dem internationalen Verbundprojekt sind neben der Universität Bonn Wissenschaftler des Forschungsbereichs ProQinase der Freiburger Klinik für Tumorbiologie, der Uniklinik Würzburg sowie aus Frankreich und Polen beteiligt. © hil/aerzteblatt.de

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