NewsPolitikApotheker planen Warnstreiks in drei Bundesländern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Apotheker planen Warnstreiks in drei Bundesländern

Mittwoch, 5. September 2012

Stuttgart/Esslingen – Im Streit um die Honorarerhöhungen wollen die Apotheker den Druck auf den Bund erhöhen. Am kommenden Mittwoch sind die Apotheken in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland zu Warnstreiks aufrufen. Am Mittwoch gab es in Baden-Württemberg punktuell die ersten Warnstreiks. In mehr als 60 Apotheken in der Stadt Esslingen bei Stuttgart sowie in Sigmaringen und Umgebung wurden die Kunden nur durch die Notfallklappe bedient. Von den 27 Apotheken in Esslingen waren am Mittwoch alle im Warnstreik, in Sigmaringen und Umgebung beteiligten sich 34 der 37 Apotheken.

Der Präsident des Landesapothekerverbandes (LAV) Baden-Württemberg, Fritz Becker, sagte am Mittwoch, „nach punktuellen Maßnahmen gehen wir jetzt gemeinsam mit den Apothekerverbänden in Rheinland-Pfalz und im Saarland in die Fläche“. „Die Politik muss spüren, dass es uns ernst ist.“ Bei den Warnstreiks am kommenden Mittwoch sollen die Kunden ebenfalls nur durch die Notfallklappe ihre Medikamente bekommen.
Die bundesweit etwa 21.300 selbstständigen Apotheker mit ihren rund 148.000 Mitarbeitern fordern eine Honorarerhöhung von etwa einem Euro pro verordnetem Arzneimittel auf 9,14 Euro, der Bund sieht bislang eine Erhöhung um 25 Cent ab 1. Januar 2013 vor.

Anzeige

Apotheker: Geplanter Honorarzuwachs ist zu niedrig

Berlin – Die deutschen Apotheker sind empört. Das Bundeswirtschafts­ministerium will ab dem kommenden Jahr ihr Honorar von 8,10 Euro je Packung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf 8,35 Euro erhöhen, wie aus dem Referentenentwurf zur Apothekenhonorierung hervorgeht. Warum das den Apothekern zu wenig ist und wie sie nun reagieren wollen, erklärte ihr Präsident dem Deutschen Ärzteblatt.

Verband will geschlossenen Warnstreik
Becker verteidigte trotz längerer Wartezeiten für die Kunden die Warnstreiks. Nur so könnten die Apotheker ihrer Forderung nach einer gerechten Honoraranpassung Nachdruck verleihen. Der Sprecher der LAV, Frank Eickmann, sagte in Esslingen, die Apotheker bräuchten die Erhöhung um einen Euro, weil viele an der Grenze der Wirtschaftlichkeit angekommen seien. Die Vergütungen pro verordnetem Arzneimittel hätten sich seit 2004 nicht erhöht. Hinzu kämen „Sonderopfer“ durch Apothekenabschlag und Kürzungen der Rabatte. Derzeit schließe bundesweit im Schnitt jeden Tag eine Apotheke. © dapd/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. November 2019
Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat sich gegen Pläne ausgesprochen, dass Apotheker in Zukunft impfen dürfen. Impfungen seien eine komplexe ärztliche Aufgabe, die nicht
KV Niedersachsen gegen Impfung in der Apotheke
14. November 2019
Berlin – Das Masernschutzgesetz von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) ist heute nach seiner zweiten und dritten Lesung im Bundestag gegen die Stimmen der AfD-Fraktion und bei einigen
Bundestag beschließt Masernschutzgesetz
28. Oktober 2019
Frankfurt/Main – Die Apotheken in Hessen klagen immer häufiger über Lieferengpässe bei Arzneimitteln. Die Landesapothekerkammer Hessen sieht die Politik in der Pflicht. „Wir haben noch nie so viel
Lieferengpässe in hessischen Apotheken nehmen zu
24. Oktober 2019
Berlin – Ärztliche Verbände positionieren sich weiter gegen eine Ausweitung der Impfkompetenz auf Apotheker. Bei der Anhörung im Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag machten Vertreterinnen von
Experten gegen Impfungen in Apotheken
22. Oktober 2019
Berlin – Das Honorar der Apotheker erhöht sich um knapp 55 Millionen Euro jährlich, weil der Zuschlag zur Förderung des Notdienstes und der Zuschlag bei der Abgabe von speziellen Arzneimitteln wie zum
55 Millionen Euro mehr für Apotheken
21. Oktober 2019
Dortmund – Mit Unverständnis begegnet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dem gesetzlichen Vorhaben, Grippeschutzimpfungen im Modellversuch künftig auch in Apotheken zu ermöglichen.
KV Westfalen-Lippe lehnt Grippeschutzimpfung in Apotheken ab
11. Oktober 2019
Köln – Nach dem Tod einer jungen Mutter und ihres Babys durch vergiftete Glukose aus einer Kölner Apotheke ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen zwei Mitarbeiter des Geschäfts. Die Verunreinigung
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER