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Medizin

Diabetes: Stumme Herzinfarkte häufiger als angenommen

Mittwoch, 5. September 2012

Bethesda – Die Kernspintomographie hat die Diagnose von stummen Herzinfarkten erleichtert, die vor allem bei Diabetikern häufiger sind als allgemein angenommen. Diese Patienten haben einer prospektiven Beobachtungsstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 890-897) zufolge ein deutlich erhöhtes Sterberisiko.

Die Age, Gene/Environment Susceptibility oder AGES Reykjavik Studie begleitet seit 1967 eine Kohorte von mehr als 20.000 Senioren aus der isländischen Hauptstadt. Im Jahr 2004 wurde bei einer Untergruppe auch eine Kernspintomographie durchgeführt. Das Ziel war der Nachweis einer verzögerten Anreicherung des Kontrastmittels (late gadolinium enhancement, LGE), mit der infarzierte Areale im Herzmuskel dargestellt werden können: Bei 157 von 936 Teilnehmern (17 Prozent) wurde ein stummer Infarkt diagnostiziert. In der EKG-Untersuchung, das bisherige Screeninginstrument, wiesen 5 Prozent der Patienten Infarktzeichen auf.

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Besonders häufig wurden LGE bei Diabetikern nachgewiesen: Jeder fünfte (21 Prozent) Diabetiker hat in Island im Seniorenalter einen stummen Herzinfarkt. Wie Erik Schelbert von den National Institutes of Health in Bethesda/Maryland berichtet, zeigten diese Personen zusammen mit dem Diabetes meistens noch weitere kardiale Risikofaktoren wie eine arterielle Hypertonie. Andere hatten bereits atherosklerotische Erkrankungen erlitten. Dennoch unterschätzten die meisten ihr Risiko. Statine oder ASS wurden deutlich seltener eingenommen als von Patienten, die einen symptomatischen Herzinfarkt erlitten hatten.

In der Nachbeobachtungszeit von 6,4 Jahren starben 28 Prozent der Patienten, bei denen in der Kernspintomographie ein stummer Herzinfarkt diagnostiziert worden war. Die Sterberate war zwar niedriger als bei den Patienten mit symptomatischen Herzinfarkten (33 Prozent) aber deutlich höher als bei Senioren ohne Myokardschäden (17 Prozent). Schelbert kann außerdem zeigen, dass die Kernspintomographie die Risikoeinstufung in Bezug auf die Sterblichkeit signifikant verbessert, während dies beim EKG nicht der Fall war. © rme/aerzteblatt.de

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