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Politik

Worms: Kartellamt untersagt Krankenhausfusion

Donnerstag, 6. September 2012

Bonn – Das Bundeskartellamt hat dem Klinikum Worms untersagt, das ebenfalls in Worms gelegene Agaplesion Hochstift Krankenhaus zu erwerben. Durch die Fusion hätte das Klinikum Worms auf dem Markt für Akutkrankenhäuser in der Region Worms eine marktbeherrschende Stellung erlangt, argumentierte die Bonner Wettbewerbshörde.

„Mit der Fusionskontrolle auf den Krankenhausmärkten wollen wir wettbewerbliche Strukturen zum Wohle des Patienten erhalten“, erläuterte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Gerade weil dieser Bereich spezifischer staatlicher Regulierung unterliege und es nur wenig Preiswettbewerb gebe, sei es wichtig, Auswahlalternativen für die Patienten und damit den Qualitätswettbewerb zwischen den Krankenhäusern zu erhalten.

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Nach Angaben des Kartellsamts ist das Klinikum Worms (555 Betten) das größte Krankenhaus südlich von Mainz im Versorgungsgebiet Rheinhessen-Nahe. Es ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit neun Planabteilungen, einem Medizi­nischen Versorgungszentrum und zusätzlichen Spezialzentren. Das Hochstift in Worms (141 Betten) ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit sechs Abteilungen und gehört dem Hessischen Diakonieverein, der von der Agaplesion Gruppe vor zwei Jahren übernommen wurde, die verschiedene Krankenhäuser vorwiegend in Hessen und in Rheinland-Pfalz betreibt.

Die Übernahme hätte wettbewerbsbeschränkende Auswirkungen auf den Markt für Akutkrankenhäuser im Gebiet Worms, folgern die Wettbewerbshüter. In diesem Marktraum gebe es neben den beiden Kliniken nur das St. Marienkrankenhaus in Lampertheim, das sich auf Geriatrie und Innere Medizin spezialisiert habe.

„Durch den Erwerb des benachbarten Hochstifts würde das Klinikum Worms zum mit Abstand stärksten Wettbewerber in der Region“, heißt es in der Pressemitteilung des Kartellamts. Die Positionen der konkurrierenden Krankenhäuser, auch der großen Universitätskliniken in der weiteren Umgebung, fielen demgegenüber sehr stark ab: „Durch die Übernahme wären die Auswahlmöglichkeiten der Patienten in dem Marktgebiet Worms erheblich eingeschränkt worden.“

Geprüft wurde auch, ob die Voraussetzungen einer Sanierungsfusion vorliegen. Mundt: „Die operativen Betriebsergebnisse des Hochstifts ließen jedoch derzeit keine Insolvenzgefahr erkennen.“ Zudem habe der konkrete Nachweis gefehlt, dass kein anderer Erwerber zur Verfügung stehe.

Die Entscheidung des Kartellamts ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten haben die Möglichkeit, Beschwerde beim Oberlandesgericht  Düsseldorf einzulegen. © JF/aerzteblatt.de

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