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Gefährlichkeit der Sepsis stark unterschätzt

Donnerstag, 6. September 2012

Berlin/Jena – Die Sepsis wird so „dramatisch unterschätzt“ wie kaum eine andere Krankheit in Deutschland. Darauf hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hingewiesen und den ersten Welt-Sepsis-Tag am 13. September begrüßt. Laut der Fachgesellschaft erkranken jedes Jahr 154.000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis, 60.000 sterben daran. Damit sei die Sepsis die dritthäufigste Todesursache.

In der Regel wird Sepsis durch Bakterien verursacht. Seltener sind es Pilze oder Viren. Die Folge: Killerzellen und Botenstoffe versuchen die Krankheitskeime massiv zu bekämpfen. „In einer Art Schneeballeffekt kann diese Reaktion in kürzester Zeit völlig außer Kontrolle geraten“, sagt Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin an der Uniklinik Aachen und Sektionssprecher der DIVI im Bereich Systemische Inflammation und Sepsis.

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Da die Symptome einer Sepsis zunächst nicht eindeutig seien, sei die Diagnose sehr schwierig. Typische Hinweise für den Arzt sind laut Marx sehr schneller Puls und niedriger Blutdruck. Zeige sich in einer Blutuntersuchung, dass auch die weißen Blutkörperchen und der Wert des Procalcitonins erhöht sind, weise das auf eine Sepsis hin. „Je früher man die Krankheit dann aggressiv therapiert, desto größer sind die Überlebenschancen“, sagt der DIVI-Experte.

Mit dem ersten Welt-Sepsis-Tag wird die Erkrankung am 13. September weltweit in den Mittelpunkt gerückt. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Jena und Vorsitzender der Global Sepsis Alliance, wird an dem Tag mit vielen Mitstreitern am Brandenburger Tor in Berlin mehrere Hundert Teelichter entzünden. Zeitgleich werden an vielen Standorten auf der Welt ebenfalls Teelichter entzündet und Aktionstage veranstaltet. Insgesamt beteiligen sich fast 900 Kliniken und Organisationen rund um den Globus an der Premiere. © hil/aerzteblatt.de

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Dr.Gerd Meier
am Montag, 26. November 2012, 20:19

Gefährlichkeit der Sepsis stark unterschätzt

72 j. Patientin geht wegen Beschwerden eines Harnwegsinfektes zum Hausarzt. Blutdruck, Puls o.B. Blutuntersuchung. Am nächsten Tag erscheint die Pat. zur Besprechung der Laborbefunde: u.a. BSG im Normbereich, Leukocytose von 18.000, keine erhöhte Temperatur. Der Notarzt am nächsten Tag verordnet ein Antibiotikum. Zu spät. Am 4. Tag Exitus. Der Sohn findet die Mutter abends auf dem Flur, das Frühstück war nicht angerührt. Der Hausarzt: Es sei wohl das Herz gewesen, EKG hätte die Pat. mehrfach abgelehnt. Von einer Sepsis war auch nachträglich nicht die Rede. Unkenntnis verzeiht der Tod nicht.
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