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Medizin

Neurodegenerative Todesfälle unter Footballspielern häufiger

Donnerstag, 6. September 2012

dapd

Cincinnati – US-Footballspieler haben zwar eine niedrigere Sterblichkeit als der Durchschnittsamerikaner. Die Mortalität an Morbus Alzheimer und amyotropher Lateralsklerose war in einer Kohortenstudie in Neurology (2012; doi: 10.1212/WNL.­0b013e31826daf50) jedoch erhöht. American Football ist eine Kontaktsportart mit einem erhöhten Risiko von wiederholten leichten Gehirnerschütterungen.

Als mögliche Spätfolge wird eine chronisch traumatische Enzephalopathie diskutiert, die US-Gerichtsmediziner im letzten Jahrzehnt bei einigen prominenten Profis postmortal diagnostiziert haben. Nach der jetzt vorliegenden Analyse von Everett Lehman vom National Institute for Occupational Safety and Health in Cincinnati/Ohio (einem Institut der Centers for Disease Control and Prevention) könnte es weitere Fälle gegeben haben.

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Unter den 334 Spielern, deren Todesbescheinigungen die Arbeitsmediziner untersuchen konnten, wurde in zehn Fällen eine neurodegenerative Erkrankung wie Demenz/Alzheimer, amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und Morbus Parkinson als Todesursache angegeben. Bei 17 weiteren Personen wurden die Erkrankungen als Begleiterkrankung genannt. 

Für den Morbus Alzheimer und die ALS liegt eine signifikante Häufung vor. Diese Erkrankungen waren bei den Footballern drei bis viermal häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. Ein Zusammenhang mit den häufigen Gehirnerschütterungen drängt sich für Lehman auf, zumal Offensivspieler wie Quarterbacks dreimal häufiger betroffen waren als Defensivspieler.

Da neurodegenerative Erkrankungen ohne eine Autopsie schwer zu unterscheiden sind, geht Lehman davon aus, dass es sich bei den Einträgen zu Alzheimer und ALS um Fehldiagnosen handelte und die Wirklichkeit eine chronisch traumatische Enzephalopathie vorlag. © rme/aerzteblatt.de

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