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Politik

Türkischer Bund in Berlin kritisiert Vorschlag zu Beschneidung

Freitag, 7. September 2012

Berlin – Türkische Vereine in Berlin und Brandenburg sehen den Vorschlag des Berliner Justizsenators Thomas Heilmann (CDU) zur Regelung der Straffreiheit von Beschneidungen kritisch. Die Forderung, muslimischen oder jüdischen Glauben nachzuweisen, sei rechtswidrig, erklärte heute die Vorstandssprecherin des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg, Ayse Demir. Sie verstoße gegen die in Artikel 4 des Grundgesetzes festgeschriebene Bekenntnisfreiheit.  

Grundsätzlich sei es zu begrüßen, dass in Berlin die religiöse Beschneidung straffrei bleiben solle, erklärte Demir, deren Dachverband in der Region 30 türkische Vereine angehören.

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Eltern ließen aber „unabhängig von der Ausgeprägtheit der Religiosität und der Zugehörigkeit zu Religionsgemeinden ihre Söhne beschneiden“. Die Nachweispflicht müsse deshalb aus der Übergangsregelung gestrichen werden. Auch jüdische Vertreter hatten den Beschluss als Einmischung in jahrtausendealte religiöse Traditionen kritisiert. Am Sonntag wollen Juden und Muslime gemeinsam für ein Recht auf Beschneidungen demonstrieren.  

Pro & Kontra: Religiöse Beschneidungen

Sollte man religiöse Beschneidungen minderjähriger Jungen gesetzlich regeln? Ist das Kölner Landgerichtsurteil zu begrüßen oder abzulehnen? Wie sollen Ärzte mit dem Urteil umgehen? Ein Pro und Kontra Zum Thema: In einem womöglich wegweisenden Urteil hat das Kölner Landgericht vor kurzem die Beschneidung von Jungen als Straftat bewertet. In seiner Entscheidung verwies das Gericht unter anderem

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hatte angekündigt, die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen unter bestimmten Voraussetzungen nicht strafrechtlich zu verfolgen. Demnach müssen beide Elternteile schriftlich einwilligen und sich über gesundheitliche Risiken des Eingriffs aufklären lassen. Außerdem sollen sie die religiöse Motivation der Beschneidung belegen. Schließlich müsse der Eingriff medizinisch fachgerecht und möglichst schmerzfrei erfolgen. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #87388
Andreas Skrziepietz
am Samstag, 8. September 2012, 16:56

Aufklärung vs. Auschwitzkeule

Interessanter Kampf. Aufgrund der Irrationalisten von den GrünInnen sehe ich die Keule vorn. Man könnte die Angelegenheit natürlich auch unter Ausschluß der Öffentlichkeit regeln, also den Arzt seines Vertrauens privat bezahlen, wenn da die nicht das Schröder-Prinzip wäre: ich zahl nicht und Schuld haben immer die anderen.
Avatar #656141
CeterumCenseo
am Samstag, 8. September 2012, 11:28

Warum geben wir die Errungenschaften der Aufklaerung preis?

Etwas, worauf wir Deutsche nun wirklich stolz sein koennen, ist unser geschichtlicher Beitrag zur Aufklaerung, also des "Austritts des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmuendigkeit". Was wir in der jetzigen Debatte erleben, ist das gerade Gegenteil, naemlich der selbstverschuldete Wiedereintritt in die selbige. Religion ist Privatsache und hat mit dem Staat aber auch garnichts zu tun. Was lernen unsere Juristen eigentlich heute In der Hochschule? Gewiss keine Staatsphilosophie, sonst kaemen solche staatsanwaltlichen Vorschlaege nimmer zustande. Wir Aerzte sind dem Menschen, und nicht irgendeiner Religion verantwortlich. Wenn wir uns frueher erfolgreich von Pfaffen emanzipert haben, so muessen wir das heute mit dem gleichen Sebstbewusstsein auch von Rabbinern und Immamen. Diese Auseinandersetzung wird hart, aber wir sind sie den Patienten und nicht zuletzt der Aufklaerung schuldig.
LNS

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