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Experte fordert mehr staatliche Investitionen in die Altenpflege

Montag, 10. September 2012

Vallendar – Der Dekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät in Vallendar am Mittelrhein, Frank Weidner, fordert mehr staatliche Investitionen in die Altenpflege. Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass der Staat bei einer immer älter werdenden Gesellschaft die Pflege subventionieren müsse, sagte Weidner. „Das kostet Milliarden, aber die werden ja auch wo anders investiert“, fügte er hinzu.

Weidners Angaben zufolge ist das Sozialsystem in Deutschland noch immer zu sehr auf die Selbsthilfe ausgerichtet. „Darum hält sich der Staat zunächst einmal zurück“, betonte er. Doch in Zukunft würden immer weniger Familien ihre Angehörigen pflegen können, weil beispielsweise Frauen berufstätig seien. „An dieser Stelle brauchen wir mehr staat­liche Regelangebote und nicht nur Modellprojekte“, fügte der Wissenschaftler hinzu.

Gerade in ländlichen Regionen mangele es an wohnortnahen Angeboten der Betreuung und Pflege. Diese sei auf dem Land allerdings auch aufwendiger und kostenintensiver. „Die besondere Herausforderung dort ist, dass Infrastruktur vorgehalten werden muss.“
Weidner, der auch Direktor des Instituts für angewandte Pflegeforschung ist, warnte zudem vor einem Pflegenotstand besonders in ländlichen Regionen.

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„Der Fachkräftemangel in der Pflege ist da. Der Markt ist leer gefegt“, unterstrich er. Schon jetzt reiche auch in Rheinland-Pfalz die Ausbildung nicht mehr aus, um den künftigen Bedarf zu decken. „Wir haben eine sehr angespannte Situation“, sagte Weidner.

Der Experte sprach sich in diesem Kontext für eine Aufwertung des Pflegeberufs aus. Derzeit seien die Bezahlung zu niedrig, die Arbeitsbelastung extrem hoch und die Karrierechancen schlecht. Weidner schlägt vor, besonders auf dem Land die Kompe­tenzen zwischen Ärzten und Pflegepersonal neu auszurichten. „Da muss nicht dauernd der Hausarzt durch die Gegend fahren. Das kann auch eine gute Pflegekraft“, sagte Weidner. © dapd/aerzteblatt.de

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