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Politik

Pflegeeinrichtungen fordern Abitur für Kranken­pflegeausbildung

Dienstag, 11. September 2012

dpa

Brüssel – Eine Krankenpflegeausbildung soll künftig nur beginnen können, wer zwölf statt bislang zehn Jahre allgemeinbildende Schule nachweisen kann – oder einen vergleichbaren Abschluss. Das haben Vertreter von vier bundesweit tätigen Einrichtungen und Organisationen der Pflegewissenschaft und -forschung in einem Schreiben an alle deutschen Abgeordneten im Parlament der Europäischen Union gefordert.

Demnächst beginnen dort die parlamentarischen Beratungen zur geplanten Änderung der EU-Richtlinie, die unter anderem die automatische Anerkennung von Berufsab­schlüssen in der EU regelt. Diese Richtlinie namens „2005/ 36/ EG“ sieht eben jene höheren Hürden für künftige Krankenpfleger vor.

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Die Pflegeeinrichtungen argumentieren, dass die internationale Studienlage auf Zusammenhänge zwischen Qualifikation des Pflegepersonals und Qualität der Versorgung hinweist. Für „falsch und gefährlich“ halten die Autoren das Hauptargument der zahlreichen Gegner der Reform aus Deutschland, dass die Anhebung der Zugangsvoraussetzungen den Fachkräftemangel in der Pflege noch verstärken würde. Die Pflegeorganisationen meinen, dass nur eine entschiedene Aufwertung der Pflege, bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Vergütungen das Rekrutierungsproblem und den Fachkräftemangel in der Pflege beheben können.

Zu den Organisationen gehören das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung, die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft, das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege und die Dekanekonferenz Pflegewissenschaft. Das Schreiben ist an alle 99 deutschen Parlamentarier nach Brüssel gegangen.

Der Deutsche Pflegerat hat unterdessen gefordert, angesichts des Milliardenpolsters der gesetzlichen Krankenkassen mehr Geld in Pflegefachkräfte zu investieren. Dies sei wegen der dramatischen Personalsituation im Pflegebereich sinnvoller, statt Gelder an die Versicherten auszuschütten, erklärte Pflegerats-Präsident Andreas Westerfellhaus. Für eine solche Ausschüttung hatte sich kürzlich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ausgesprochen.

Tarifabschlüsse und steigende Investitionskosten erhöhten immer weiter den Druck, in den Krankenhäusern Pflegefachpersonal einzusparen. Für eine sichere Versorgung der Patienten sei aber die angemessene Ausstattung der Kliniken mit Fachpersonal unerlässlich. Zudem sei die Ausbildung von Pflegefachkräften nach wie vor dramatisch unterfinanziert, obwohl künftig mehr Pflegekräfte benötigt würden. „Geht der Personalabbau beim Pflegefachpersonal unvermindert weiter und dünnt die Finanzierung der Ausbildung weiter aus, wird die entstehende Versorgungslücke nicht mehr zu schließen sein“, warnte Westerfellhaus. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #98903
putzlappenteddy
am Dienstag, 18. September 2012, 10:51

Apropos Hirn.....

@ A. S.
Hat es sich nicht allgemein rumgesprochen, dass die Leute mit Hauptschulabschluss die Ausbildung in den meisten Fällen nicht mit einem Examen abschließen und daher auch nicht in den Beruf zugelassen sind??
Ihr unreflektierter Kommentar zu diesem Thema zeugt davon, dass Sie sich in keinster Weise bewusst sind, welchen Herausforderungen und Ansprüchen man sich allein in der Ausbildung zum Krankenpfleger/in stellen muss. Ich vermute, Sie haben noch nie eine Klinik von innen gesehen.....

Wäre Pflege als Studiengang verpflichtend, würde Deutschland im internationalen Vergleich endlich mal auf Augenhöhe mit England oder den USA setzen. Und wer hätte es gedacht, zum Studieren braucht man letztendlich Abitur...
Möchte man jedoch die seit Jahren festgefahrene Situation beibehalten, würde eine Zulassung zur Pflegeausbildung mit Abitur den Fachkräftemangel beflügeln, da viele Abiturienten die Ausbildung machen, um ihre Wartesemester zum Medizinstudium sinnvoll zu nutzen. Diese stehen den Kliniken und weiteren Gesundheitseinrichtungen im Pflegesektor dann nicht mehr zur Verfügung, zumal sich als Arzt besser Geld verdienen lässt (Aufstiegschancen inclusive).

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