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Ärzteschaft

Zahl der Belegärzte in der Geburtshilfe stark gesunken

Mittwoch, 12. September 2012

dpa

Berlin – Die Prämien der Haftpflichtversicherungen für Ärzte, die in der Geburtshilfe tätig sind, sind in den vergangenen zehn Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Das bemerkt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksachen-Nummer 17/10513). Dies betrifft auch viele Belegärzte, da „die belegärztliche Versorgung im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe relativ häufig anzutreffen ist“.

Gleichzeitig sinkt die Zahl der Belegärzte in der Geburtshilfe kontinuierlich. Zwischen 1991 und 2010 nahm sie von 1.569 auf 919 ab, wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der im Krankenhaus angestellten Ärzte mit der Gebietsbezeichnung „Frauenheilkunde/Geburtshilfe“ von 3.543 auf 4.889 an. Zwischen 1990 und 2011 sanken zudem die Ausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung für Belegärzte von 261 auf 238 Millionen Euro.

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Die Bundesregierung geht dennoch nicht davon aus, dass die belegärztliche Geburtshilfe durch die steigenden Haftpflichtprämien gefährdet ist. Denn es sei den Krankenhäusern möglich, in der Geburtshilfe tätige Belegärzte von Belastungen durch im Einzelfall besonders hohe Haftpflichtprämien ganz oder teilweise freizustellen. Dieser Weg werde der Deutschen Krankenhausgesellschaft zufolge aufgrund des Anstiegs der Haftungssummen insbesondere im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe bereits gewählt.

Zum anderen sei es möglich, über Bewertungsanpassungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab die steigenden Kosten der Haftpflichtprämien zu berücksichtigen. Dies sei im Oktober 2010 geschehen.

„Der Erhalt des Belegarztwesens und insbesondere auch der Fortbestand der belegärztlichen Geburtshilfe liegen im Interesse der Bundesregierung“, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Denn für die Betreuung bei Schwangerschaft und Geburt sei die Weiterführung der vertrauensvollen Arzt-Patientin-Beziehung, wie sie das Belegarztwesen ermöglicht, besonders wünschenswert.

„Die Anfrage und weitere Recherchen zeigen, dass die Haftpflichtprämien nicht nur bei Hebammen, sondern auch bei Belegärztinnen und –ärzten in der Geburtshilfe Probleme aufwerfen“, erklärte die Gesundheitsexpertin der Linken, Martina Bunge. Es sei daher dringend geboten, dieses Problem durch einen „Haftungsfonds für Heilberufe“ zu lösen, statt den massiv steigenden Haftpflichtprämien mit Vergütungserhöhungen hinterherzulaufen.

Auch bei den Hebammen waren die Beiträge für ihre Haftpflichtversicherungen stark gestiegen. Nach Protesten haben sich im Juli der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und der Verband der Hebammen darauf geeinigt, dass die Kassen die Kostenerhöhungen durch steigende Prämien für die Haftpflichtversicherung vollständig übernehmen. © fos/aerzteblatt.de

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