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Politik

Höhere Honorare für Apotheker in Aussicht

Donnerstag, 13. September 2012

Berlin – Deutschlands Apotheker können mit höheren Honoraren im kommenden Jahr rechnen. Das Bundesfinanzministerium gab für die Pläne grünes Licht. „Das Ergebnis einer gründlichen Prüfung ist nun, dass wir den Entwurf mittragen können“, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der Frank­furter Rundschau. Die Honorare der Apotheker sollen 2013 um insgesamt 190 Millionen Euro steigen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) zeigte sich unzufrieden.

Der Gesetzentwurf von Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (beide FDP) sieht vor, dass Apotheker für die Abgabe eines rezeptpflichtigen Medikaments künftig 25 Cent mehr bekommen: 8,35 Euro statt wie bisher 8,10 Euro. Bezahlen müssen das die Krankenkassen und damit die Versicherten.

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Finanzministerium weist Blockade-Vorwurf zurück
Das Bundesfinanzministerium hatte dem Wirtschafts- und dem Gesundheitsressort nach Angaben des Sprechers am Mittwoch offiziell mitgeteilt, dass der Plan mitgetragen wird. Zugleich wies das Haus von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Darstellung zurück, es habe die Honorarerhöhung mit einem Veto blockiert.

Apotheker: Geplanter Honorarzuwachs ist zu niedrig

Die deutschen Apotheker sind empört. Das Bundeswirtschaftsministerium will ab dem kommenden Jahr ihr Honorar von 8,10 Euro je Packung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln auf 8,35 Euro erhöhen, wie aus dem Referentenentwurf zur Apothekenhonorierung hervorgeht. Warum das den Apothekern zu wenig ist und wie sie nun reagieren wollen, erklärt ihr Präsident im Gespräch mit dem DÄ.

Vielmehr habe es sich um eine „ganz normale Ressortabstimmung“ über einen Gesetzentwurf gehandelt, sagte der Sprecher. Das Ministerium habe die anderen Ressorts um Stellungnahmen zu einzelnen Punkten gebeten und anschließend seine Entscheidung getroffen. Auch die Dauer dieses Verfahrens – etwa zwei Monate – sei „nicht ungewöhnlich“. Normalerweise liefen solche Vorgänge aber intern ab.

Apotheker wollen mehr
Auch wenn nun Einigkeit im Kabinett herrscht, bleiben die Pläne umstritten. Die selbstständigen Apotheker fordern eine Honorarerhöhung von rund einem Euro pro verordnetem Medikament. Am Mittwoch waren sie dafür in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland in einen Warnstreik getreten.

Ein Sprecher des GKV-Spitzenverbandes kritisierte zudem, dass immer noch unklar sei, wie viel die Apotheker eigentlich verdienten. Sie bekämen ja nicht nur das feste Honorar pro Packung, sondern auch noch einen Anteil des Apothekenabgabepreises. „Wenn die Apotheker mehr Geld aus den Portemonnaies der Beitragszahler haben wollen, sollen sie erst einmal die tatsächliche Einkommenssituation eines durchschnittlichen Apothekers offenlegen“, forderte der Sprecher.

ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf traf sich am Donnerstag mit Rösler zu einem Gespräch. Dabei bekräftigte er nach Verbandsangaben „die Forderung der Apothekerschaft, das Festhonorar an die tatsächlichen Sach- und Personalkosten­steigerungen anzupassen". Das vorgesehene Honorar-Plus sei nicht ausreichend, sondern existenzgefährdend. Der Verband verwies darauf, dass die Zahl der Apotheken in Deutschland sinke und derzeit etwa sechs Apotheken pro Woche schließen müssten.

Nach ABDA-Angaben zeigte Rösler in dem Gespräch Verständnis für die Position. Die Apotheker erwarteten nun „konsequentes Handeln, das den Apotheken schnelle Hilfe bringt", sagte Wolf. © dapd/aerzteblatt.de

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Avatar #98372
Thelber
am Donnerstag, 13. September 2012, 23:50

Liebe Kranken Kassen ! Gebt den Apothekern doch die 0,9 % Ertragssteigerung ....

die Sie der KBV in Aussicht gestellt hatten !!

Ach so, das ist zu wenig ? Kann nicht sein, Sind immerhin 7,3 Cent je Arzneimittel !! Und auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist !! 25 Cent = 3 % Steigerung ist doch viel zu viel für uns "Leistungserbringer" der GKVen !!
LNS

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