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Politik

SPD und Grüne fordern Nutzenbewertung für Medizinprodukte

Donnerstag, 13. September 2012

bvmed

Berlin - Die gesundheitspolitischen Sprecher von SPD und Grünen haben sich für eine Nutzenbewertung von Medizinprodukten ausgesprochen. „Für bestimmte Medizin­produkte brauchen wir kontrollierte Studien als Auflage für eine Zulassung“, forderte Karl Lauterbach (SPD) gestern Abend auf dem Frühherbst-Treff des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). Angesichts der Vielzahl von Medizinprodukten, die neu auf den Markt kämen, sei eine solche Nutzenbewertung für viele neue Produkte weder sinnvoll noch möglich. Doch für Medizinprodukte, die einen Paradigmenwechsel einleiteten, sei eine Nutzenbewertung absolut sinnvoll.

Für die sogenannte Überkronung des Hüftkopfes, die heute häufig eingesetzt werde, gebe es zum Beispiel keine einzige kontrollierte Studie. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, so Lauterbach.

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„Wir brauchen eine Nutzenbewertung für Medizinprodukte höherer Risikoklasse“, befand auch Birgitt Bender (Bündnis 90/Die Grünen). Denn es sei sinnvoller, zunächst zu schauen, ob ein Medizinprodukt etwas nutzt, als erst viel Geld in die neue Technik zu investieren und diese später möglicherweise wieder abschaffen zu müssen.

Der Vorstandsvorsitzende des BVMed lehnte eine Nutzenbewertung für Medizinprodukte hingegen ab. Die Endpunkte kontrollierter Studien zu Medizinprodukten lägen zehn Jahre oder mehr in der Zukunft. „Das würde nur dazu führen, dass es keine Innovationen mehr gibt“, so Lugan.

Der BVMed-Vorsitzende kritisierte zudem, dass Krankenkassen bei Ausschreibungen im Hilfs- und Verbandmittelbereich als einziges Entscheidungskriterium den niedrigsten Preis nähmen. Als Folge dieser Entwicklung übersteige zum Beispiel bei Inkontinenz­produkten der Aufzahlungsbetrag der Versicherten bereits den Erstattungsbetrag der Krankenkassen.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) erteilte im Hinblick auf den Skandal um defekte Brustimplantate der Firma PIP einer Änderung der Zulassungsregelungen eine Absage. Die Marktzugangsregelungen für Medizinprodukte hätten sich bewährt. „Wir brauchen keine staatliche Zulassung, sondern eine bessere Überwachung von Medizinprodukten“, sagte Bahr. © fos/aerzteblatt.de

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