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Medizin

Keuchhusten: Impfwirkung lässt schnell nach

Donnerstag, 13. September 2012

dpa

Oakland – Die Schutzwirkung der letzten Pertussis-Impfung im Kindesalter lässt offenbar früher nach als bisher angenommen. In einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; 367: 1012-9) waren viele Kinder bereits nach 5 Jahren wieder anfällig für eine Keuchhusten-Erkrankung.

Obwohl in Kalifornien fast alle Kinder gegen Keuchhusten geimpft werden, kommt es alle 3 bis 5 Jahre zu einer Epidemie. Der letzte Ausbruch von 2010 war der heftigste seit 1958. Neben Säuglingen, die noch keine Impfungen erhalten hatten, erkrankten viele Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren, darunter auch solche, die zuvor die letzte Impfung mit der DTaP (Diphtherie + Tetanus + azellulär Pertussis) erhalten hatten.

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Nicola Klein und Mitarbeiter von der Forschungsabteilung des Krankenversicherers Kaiser Permanente in Oakland haben das Erkrankungsrisiko jetzt mit dem Zeitintervall der letzten Impfung in Verbindung gesetzt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Schutzwirkung mit jedem Jahr nach der letzten Impfung abnimmt.

Dabei hing der Restschutz nach 5 Jahren sehr stark von der initialen Wirkung der letzten Dosis ab. Bei einer initialen Effektivität von 95 Prozent sind den Berechnungen Kleins zufolge nach 5 Jahren noch 71 Prozent der Kinder geschützt. Bei einer initialen Effektivität von 90 Prozent sinke die Schutzwirkung nach 5 Jahren auf 42 Prozent ab, schreibt die Autorin.

Für viele Kinder ergibt sich damit eine Impflücke, denn die nächste Impfung ist in Kalifornien im Alter von 11 Jahren vorgesehen. Sie ist dann Teil des TdaP-Impfstoffs (Tetanus + Diphterie + Pertussis). Die Centers for Disease Control and Prevention raten Erwachsenen alle 7 Jahre zur Auffrischung.

Dieses Impfschema scheint nach den Ergebnissen der Studie nicht auszureichen, um ältere Kinder zuverlässig zu schützen und dadurch die Ausbreitung zukünftiger Epidemien abzuschwächen. Klein sieht einen Bedarf für neue Impfstoffen mit einer längeren Wirkung.

Das Robert-Koch-Institut rät nach einer erste Auffrischung (Tdap) im Alter von 5 bis 6 Jahren zu einer weiteren Dosis im Alter zwischen 9 und 17 Jahren. Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko wird alle zehn Jahre zur Auffrischung geraten. © rme/aerzteblatt.de

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