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Politik

Ausschuss berät über Konsequenzen nach Organspendeskanal

Freitag, 14. September 2012

Berlin – Über mögliche Konsequenzen aus den Organspendevorfällen in Göttingen und Regensburg hat heute der Gesundheitsausschuss des Bundestages beraten. „Alle Transplantationszentren werden im Laufe der nächsten Monate durchgeprüft“, kündigte der Vorsitzende der zuständigen Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundes­ärzte­kammer, Hans Lippert, in Berlin an.

Der Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Wolf Bechstein, teilte mit, dass den Vertretern des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) und der Länder bei Beratungen in Transplantationsfragen seines Gremiums ein Gaststatus eingeräumt worden sei. Nach den entsprechenden Vertragsänderungen sollen die Vertreter des BMG und der Länder dort ständig mit einem Sitz- und Stimmrecht vertreten sein.

Interview Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundes­ärzte­kammer: „Wir müssen enger mit den Behörden zusammenarbeiten“

Staat oder Selbstverwaltung? Diese Frage stellt sich für den Bundes­ärzte­kammerpräsidenten angesichts des Transplantationsskandals nicht. Er plädiert vielmehr für weitreichende Konsequenzen: Approbationsentzug und Schließung von Zentren.

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Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, warf den zuständigen Behörden vor, im Jahr 2006 mit den Informationen über die Vorfälle in der Universitätsklinik in Regensburg nicht angemessen umgegangen zu sein. „Wenn in Regensburg angemessen auf die Vorwürfe reagiert worden wäre, hätte es den Skandal in Göttingen nicht gegeben“, sagte Montgomery.

Die Prüfungs- und Überwachungskommission teilte mit, dass in Göttingen unter dem beschuldigten Oberarzt 150 Transplantationen vorgenommen worden sein. In 40 Fällen habe es dabei Manipulationen oder andere Verstöße gegen Richtlinien gegeben.

Zudem habe der Oberarzt gegen geltende organisatorische Regeln verstoßen. So habe er etwa die Stabsstelle für Transplantation sich selbst unterstellt und sei als Arzt alleine für Transplantationen zuständig gewesen. © kna/aerzteblatt.de

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