NewsÄrzteschaftHonorarstreit: Verhandlungsrunde verschoben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Honorarstreit: Verhandlungsrunde verschoben

Freitag, 14. September 2012

dpa

Berlin – Die für Samstag geplanten Verhandlungen über die Honorare für die niederge­lassenen Ärzte und Psychotherapeuten sind kurzfristig verschoben worden. Die Ge­spräche zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzen­verband Bund der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sollen am 4. Oktober im Bewertungsausschuss fortgesetzt werden, wie beide Organisationen am Freitag übereinstimmend mitteilten.

Die Gespräche auf Vorstandsebene der letzten Tage hätten gezeigt, dass beide Seiten an einer Lösung interessiert seien, hieß es. Bevor es zu einer endgültigen Beschluss­fassung über die Honorarerhöhungen für 2013 kommen könne, seien jedoch noch fachliche Vorarbeiten notwendig. Die durch die Verschiebung der geplanten Sitzung gewonnene Zeit solle dafür genutzt werden, erklärte die KBV.

Anzeige

Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände und Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes, geht davon aus, dass die Kassen ein verbessertes Angebot vorlegen werden. „Bis zum nächsten Verhandlungstermin Anfang Oktober werden alle Protestmaßnahmen der Ärzteverbände ausgesetzt“, sagte Heinrich.

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, zeigte sich nun optimistisch, dass Ärzte und Kassen doch noch zu einem Kompromiss kommen könnten: „Eine Einigung erscheint möglich.“ Es werde an „einer Paketlösung“ gearbeitet. „Allerdings brauchen wir dafür mehr Zeit“, fügte er hinzu.

„Viele Kassen­verantwortliche sind mit ihrem Spitzenverband nicht zufrieden"

Besser ein vernünftiger Honorarkompromiss als Proteste, aber notfalls auch bundesweite Aktionen – diese Auffassung vertritt Klaus Reinhardt, der Vorsitzende des Hartmannbundes. Fünf Fragen an Klaus Reinhardt zum Streit zwischen Ärzteschaft und Kassen um das Honorar für 2013.

Die Ärzte verhandeln seit Wochen mit den Kassen über die Honorare für das kommende Jahr. Nachdem der Erweiterte Bewertungsausschuss per Schlichterspruch entschieden hatte, den Kassenärzten für das Jahr 2013 ein Honorarplus von 270 Millionen Euro einzuräumen, hatte die KBV die Verhandlungen abgebrochen. Sie hatte 3,5 Milliarden Euro gefordert.

Die Ärzte verwiesen auf gestiegene Praxiskosten und einen notwendigen Inflations­ausgleich. Zudem kündigten die Ärzteverbände am Donnerstag nach einer Urabstimmung unter ihren Mitgliedern Streiks für die kommenden Wochen an. © dapd/mis/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 16. September 2012, 18:14

Argumentationshilfe für die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Vielleicht dämmert Johann-Magnus von Stackelberg, der als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbands Bund (Spibu) und Verhandlungsführer Minus 7% beim Orientierungspunktwert als Honorarkürzung gefordert hatte, und seinem Pressesprecher, Florian Lanz, dass die "Spitzbuben", die ihm das Prognos-Gutachten eingebrockt haben, nicht korrekt gerechnet haben. Einzelheiten unter:
http://www.springermedizin.de/schaetzlers-schafott---diesmal-ist-prognos-dran/3187104.html
http://www.springermedizin.de/prognos-gutachten-seltsame-zahlen-tollkuehne-ableitungen/3187080.html
und
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51267#comment17605

Bei meiner Kritik am Prognos-Gutachten des GKV-Spibu hatte ich einen 'Plan B'. Aber es ist niemandem gelungen, meine Argumentation gegen dieses Gutachten von Dr. Ronny Wölbing und Mitarbeitern zu durchbrechen. Im letzten Abschnitt heißt es dort unter dem Titel "Wirtschaftlichkeitsreserven":
"Über den Umfang des medizinisch-technischen Fortschritts können nur Vermutungen angestellt werden. Es ist jedoch plausibel anzunehmen, dass bspw. die Verbreitung neuer Gerätegenerationen, die Delegation von Leistungen auf medizinische Fachangestellte und moderne Formen des Praxismanagements die Kosten der Leistungserstellung reduzieren helfen. Im Modell lässt sich dies mit einer jährlichen Senkung der Stückkosten abbilden..." Betriebswirtschaftliche Rationalisierungsreserven lägen weiter darin, "dass Gemeinschaftspraxen (GP) geringere Stückkosten aufweisen als Einzelpraxen (EP)..."

Unter der Zwischenüberschrift "Die Zahl der angestellten Ärzte steigt" schlussfolgern die Prognos-Gutachter allen Ernstes mit ihrem Satz "Werden mehr Ärztinnen und Ärzte in den Praxen angestellt und wird das Leistungsvolumen dabei nicht erhöht, steigen die Lohnkosten für die Praxisinhaber und somit die Stückkosten" ebenso fantasielos wie dilettantisch: "Trotzdem darf der Orientierungswert deswegen nicht erhöht werden."

In einfachen Worten ausgedrückt: Neue, Geräte-gestützte diagnostische und therapeutische Verfahren in der Medizin seien per se billiger als Altgeräte bzw. könnten von MFA' s kostengünstig bedient werden? Die Fülle von medizinisch-t e c h n i s c h e n Assistenzberufen ist Prognos offensichtlich entgangen. Und dass wir Humanmediziner auch nicht von "Stückkosten" sondern von 'Patientinnen und Patienten' und unseren Praxisausgaben sprechen, scheint betriebswirtschaftliches Neuland zu sein. Wie sich allerdings h ö h e r e Personalaufwendungen kosten-s e n k e n d in einer betriebswirtschaftlichen Analyse (BWA) und Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) auswirken sollten, bleibt prognostisch ein Prognos-Geheimnis.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #98372
Thelber
am Freitag, 14. September 2012, 22:50

Oh - schade ....

ich hätte die Kassenanfragen gerne noch länger liegen lassen ...
Avatar #98372
Thelber
am Freitag, 14. September 2012, 22:49

och - wieso die Protestaktionen aussetzen ?

Ich würde gerne die Kassenanfragen noch länger liegen lassen ,,,,
LNS

Nachrichten zum Thema

12. Dezember 2019
Berlin – Die Jahresüberschüsse der Vertragsarztpraxen sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr unter Berücksichtigung der Verbraucherpreisentwicklung um 0,7 Prozent gesunken. Das ist ein Ergebnis des
Jahresüberschüsse der Vertragsarztpraxen zuletzt gesunken
11. Dezember 2019
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich heute in Berlin auf eine Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) geeinigt. Die Reform, die unter
Einigung bei EBM-Reform
9. Dezember 2019
Berlin – Mit Blick auf die Vergütungsvereinbarungen für 2020 hat die KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) am vergangenen Freitag in Berlin das Bundesversicherungsamt (BVA) heftig kritisiert. Das BVA übt die
Vertragsärzte üben heftige Kritik an Kassenaufsicht
22. November 2019
Berlin – Die Durchführung der Zystoskopie in urologischen Praxen ist eine zwingende Notwendigkeit. Das betonten heute die Arbeitsgemeinschaft leitende Krankenhausärzte sowie der Vorstand der Deutschen
Urologen wollen höhere Vergütung für Zystoskopie
14. November 2019
Neumünster/Berlin – Über die Vergütungsregeln für ambulant durchgeführte Tonsillotomien ist ein Streit entbrannt. Die operative Teilentfernung vergrößerter Gaumenmandeln kann unter den derzeitigen
Streit um Vergütung der ambulanten Tonsillotomie
8. November 2019
Berlin – Die Bundesregierung behält sich eine Veröffentlichung der sechs beauftragten Gutachten sowie des Abschlussberichts der wissenschaftlichen Kommission für ein modernes Vergütungswesen (KOMV)
FDP fürchtet „Geheimakt“ bei Kommission zur Honorarreform
8. November 2019
Weimar – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen hat die Honorarverhandlungen für das kommende Jahr mit den Krankenkassen für gescheitert erklärt. Das gab die KV-Vorsitzende Annette Rommel auf
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER