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Medizin

Lungenkrebs von Rauchern enthält mehr Mutationen

Freitag, 14. September 2012

St. Louis – Rauchen ist nicht nur der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. Es kommt auch zur Entwicklung von Tumoren mit einer gesteigerten Anzahl von Mutationen, wie US-Forscher in Cell (2012; 150: 1121–1134) berichten. Dies könnte die Behandlungs­chancen künftiger individualisierter Therapien schmälern.

Da Tabakrauch eine Vielzahl unterschiedlicher Karzinogene enthält, hatte Ramaswamy Govindan von der Washington University School of Medicine in St. Louis von vornherein erwartet, im Erbgut der Tumoren von Rauchern mehr Mutationen zu finden als bei Nichtrauchern. Das Ausmaß habe ihn dann doch überrascht, berichtet der Onkologe, dessen Arbeitsgruppe im Rahmen des Cancer Genome Atlas Projekts das Genom von 17 Lungentumoren (16 Adenokarzinome und ein großzelliges Karzinom) analysierte.

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Zwölf der betroffenen Patienten waren Raucher. In ihren Tumoren fanden die Forscher im Durchschnitt zehnmal mehr Mutationen als bei den Karzinomen der 5 Nichtraucher. Mehr noch: Während jeder Tumor der Nichtraucher wenigstens eine Mutation enthielt, die einen potenziellen Angriffspunkt für Medikamente bot, war dies bei den Tumoren der Raucher nicht der Fall.

Einige dieser Wirkstoffe, die gezielt an Genmutationen ansetzen sind derzeit in der klinischen Prüfung, andere werden bereits bei anderen Krebserkrankungen eingesetzt. Ob sie tatsächlich die Prognose der Lungenkrebspatienten verbessern, lässt sich laut Govindan nicht vorhersehen. Wer heute allerdings nicht raucht, erhöhe morgen seine Chancen, dass er im Fall einer Lungenkrebserkrankung, einen Tumor hat, der dann womöglich gezielt behandelt werden könne. © rme/aerzteblatt.de

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