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Politik

Am Uniklinikum Gießen/Marburg sollen Arztstellen abgebaut werden

Freitag, 14. September 2012

dpa

Marburg – Der Personalabbau am privatisierten Universitätsklinikum Gießen-Marburg wird auch Ärzte treffen. Davon zeigte sich der für die Mediziner zuständige Personalrats­vorsitzende des mittelhessischen Großkrankenhauses, Franz-Josef Schmitz, überzeugt. Nach seinen Informationen sollen etwa 30 Arztstellen gestrichen werden. Bislang arbeiten demnach etwa 1.400 Mediziner im Klinikum, das insgesamt 9.700 Menschen beschäftigt. Die Abbaupläne kritisierte er: „Die Leute laufen auf dem Zahnfleisch.”

Der Krankenhausbetreiber Rhön hatte im Juni angekündigt, dass 236 Stellen vor allem in den patientenfernen Bereichen wegfallen sollen. Schmitz betonte jedoch: „Man kann nicht zwischen patientennahen und fernen Bereichen unterscheiden. Als Arzt bin ich auch darauf angewiesen, dass die Technik gut funktioniert."

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Nach Auskunft der Marburger Betriebsratsvorsitzenden Bettina Böttcher werden bereits jetzt Stellen abgebaut. Seit Jahresbeginn habe das Klinikum 113 Mitarbeiter durch Fluktuation verloren, sagte sie auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht der Frankfurter Rundschau vom Freitag. Diese Stellen seien nicht wieder besetzt worden, kritisierte sie. Zudem hätten etwa 200 Mitarbeiter Anträge auf Rückkehr in den Landesdienst gestellt. Ob deren Posten wiederbesetzt würden, sei ebenfalls unklar, sagte sie. „Die Situation ist so nicht erträglich."

Die Geschäftsführung der Klinik wollte sich zu den Zahlen nicht äußern. Zur Zeit werde das Krankenhaus durch die Unternehmensberater von McKinsey analysiert. Das Ergebnis werde im Oktober vorgelegt. „Bis dahin werden wir uns an keinen Spekulationen beteiligen”, sagte Rhön-Sprecher Hans-Jürgen Heck. „Wir halten es für unverantwortlich, dass Patienten, Mitarbeiter und die Region auf diese Weise verun­sichert werden.”

Unterdessen übten die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken im Hessischen Landtag scharfe Kritik an der Entwicklung. "Diese Kürzung wird die Qualität der Patienten­behandlung und die Patientensicherheit massiv beeinflussen", sagte SPD-Landtags­abgeordneter Thomas Spies. © dapd/aerzteblatt.de

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anaesthesist_meyer
am Samstag, 22. September 2012, 14:56

Wieso wird nur Kritik geübt von Seiten der Politik?

Es ist doch wohl klar, daß Politiker hier den leichten Weg wählen. Kritisch begleiten
kann jeder! Wer die Entwicklung an dem Uniklinikverbund in den letzten Jahren mit verfolgt hat, wird sich über diese Nachricht nicht wundern. Die einzige Reaktion kann hier nur die Rückabwicklung des Verkaufs an RHÖN sein. Eine Uniklinik gehört nicht in die Hände solcher Profithaie!
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