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Medizin

Hantaviren: RKI warnt deutsche Besucher des Yosemite-Parks

Montag, 17. September 2012

Yosemite-Nationalpark-dpa

Atlanta/Berlin – Nach insgesamt neun schweren Hantavirus-Erkrankungen einschließlich dreier Todesfälle geht der National Park Service, die Verwaltung der US-Nationalparks, auf Nummer sicher. Insgesamt 230.000 Besucher des Yosemite-Nationalparks werden aufgerufen, auf Zeichen der Infektion zu achten und sich rechtzeitig in Behandlung zu begeben. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich dem Aufruf angeschlossen.

Fast vier Millionen Menschen besuchen jedes Jahr den Yosemite-Nationalpark im Nordosten Kaliforniens. Für drei von ihnen endete der Besuch in diesem Sommer tödlich. Sie hatten sich in Zelten des Campingplatzes Curry Village mit einer besonders gefährlichen Variante des Hantavirus infiziert. Weitere sechs Menschen sind erkrankt.

Bereits im letzten Monat hatte der National Park Service die Besucher des betroffenen Camps vor einer möglichen Infektion gewarnt. Wie jetzt bekannt wurde, hatte einer der Patienten sich an verschiedenen Camps aufgehalten. Der National Park Service hat deshalb die Warnung an alle 230.000 Personen ausgedehnt, die seit Juni den Yosemite-Park besucht haben.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation hat den nationalen Behörden geraten, die Ärzteschaft über das Infektionsrisiko zu informieren. Das RKI ist dem jetzt nachgekommen. Es weist darauf hin, dass die Erkrankungen durch das Sin-Nombre-Virus ausgelöst wurde. Diese in Nordamerika verbreitete Art des Hantavirus sei weitaus gefährlicher als die in Deutschland vorkommenden Arten.

Die Erkrankung beginne in der Regel ein bis sieben Wochen nach der Infektion. Als frühe Symptome treten fast immer Müdigkeit, Fieber und Muskelschmerzen auf, berichtet das RKI. Darüber hinaus könne es auch zu Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost und Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen kommen.

Vier bis zehn Tage nach der ersten Phase der Krankheit kann es laut RKI zum Hantavirus-induzierten Pulmonalen Syndrom (HPS) kommen, das mit Husten, Kurzatmigkeit und zunehmenden Atembeschwerden einhergeht. Der Verlauf wird als foudroyant und häufig tödlich beschrieben. Von 510 HPS-Patienten, die zwischen 1993 und 2009 in den USA registriert wurden, sind 35 Prozent verstorben.

Eine spezifische Therapie des HPS gibt es nicht. Eine frühzeitige Diagnose und die Behandlung auf einer Intensivstation verbessert nach Einschätzung der RKI aber die Prognose der Erkrankung erheblich. Durch eine intensivmedizinische Behandlung könne insbesondere die Zeit der schweren Atemnot überbrückt werden.

Das RKI fordert die Ärzte auf, Reiserückkehrer auf das Risiko einer Infektion hinzu­weisen, das aber als sehr gering eingeschätzt wird. Dennoch sollten Mediziner bei Patienten, die sich in den letzten Wochen im Yosemite-Nationalpark aufgehalten haben, differenzialdiagnostisch frühzeitig an Sin-Nombre-Hantavirus denken und eine gezielte virologische Diagnostik veranlassen.

Hierzu sind laut RKI die in Deutschland üblichen Hantavirus-Tests geeignet. Wenn entsprechende Symptome vorliegen, könne ein Bluttest die Diagnose sichern. Ohne entsprechende Symptome sei die Durchführung des Tests dagegen nicht sinnvoll. In Yosemite infizierte Patienten sollten engmaschig auf die Entwicklung eines HPS überwacht und bei Bedarf umgehend in ein Krankenhaus eingewiesen werden. © rme/aerzteblatt.de

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