NewsHochschulenUniklinik Köln führt patienten­individuelle Arzneimittel­versorgung ein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Uniklinik Köln führt patienten­individuelle Arzneimittel­versorgung ein

Montag, 17. September 2012

Köln – Die Universitätsklinik Köln führt eine patientenorientierte Arzneimittel­versorgung (Unit-Dose) ein. Dadurch sollen Fehler bei der Bereitstellung der Medikamente reduziert werden. „Wir haben uns dafür entschieden, dieses neue System zur patienten­orien­tierten Arzneimittelversorgung einzuführen, da wir uns davon vor allem eine signifikante Steigerung der Patientensicherheit erhoffen. Alle Studien, die uns hierzu bisher vorliegen, sind eindeutig: Automa­tische Arzneimittelstellung sorgt für mehr Sicherheit“, betonte Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln. Bundesweit geht mehr als ein Drittel der stationären Behandlungsfehler mit Folge­schäden auf ein fehlerhaftes „Stellen“ der Arzneimittel zurück.

Beim neuen Verfahren werden Arzneimittel nicht mehr manuell zusammengestellt, sondern in der Krankenhausapotheke von einem speziellen Automaten in einen durchlaufenden Plastikschlauch eingeschweißt. Auf dem jeweiligen Tütchen steht die genaue Bezeichnung des Arzneimittels mit einem Hinweis zur korrekten Einnahme, der Patientenname und das Geburtsdatum, die Station und das Zimmer sowie der Zeitpunkt, zu dem der Patient das Arzneimittel einnehmen soll. So können Verwechslungen erfolgreich vermieden werden.

Anzeige

Vor der Abgabe werden die Tütchen noch einmal kontrolliert. Dazu durchläuft der Schlauch einen Scanner, der überprüft, ob Patientenname und im Schlauch befindliches Arzneimittel mit dem eingegebenen Datensatz übereinstimmen. Nach dieser Kontrolle wird die Medikation für jeden Patienten gepackt und in die jeweilige Klinik transportiert. 

Neben einer erhöhten Patientensicherheit will die Klinik durch das neue System auch das Pflegepersonal entlasten und Kosten sparen. „Momentan gehen wir davon aus, dass das Einsparpotenzial zwischen fünf und zehn Prozent der aktuellen Arzneimittelkosten liegen dürfte“, sagte Schömig. Der Grund dafür liege vor allem in der zentralen Lagerhaltung. So müssten schlicht weniger Medikamente weggeworfen werden. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #104037
popert
am Montag, 17. September 2012, 22:11

Personalpolitik

Ähnliches kennen wir längst aus den Altenheimen: dort ist fremdsprachiges Personal inzwischen die Regel und die von der Apotheke eingeschweißten Medikamente benötigen ja keine geschulten Fachkräfte mehr.
Aus ärztlicher Sicht sehr problematisch: kaum noch professionelle Pflege, und im Notfall gibts die veränderte Medikation erst am nächsten Tag.
Merkwürdigerweise wird das nicht publiziert.
LNS

Nachrichten zum Thema

2. Dezember 2020
Berlin – Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA), Josef Hecken, verspricht sich von der neuen anwendungsbegleitenden Datenerhebung wertvolle Informationen zum
Indikationsregister sollen klinische Studien ergänzen
1. Dezember 2020
Berlin/Amsterdam – Die Bundesregierung will sich in der Europäischen Union (EU) dafür einsetzen, dass pharmazeutische Unternehmen Informationen über die von ihnen verwendeten Wirkstoffe und deren
Arzneimittel: EU arbeitet an Vermeidung von Lieferengpässen
30. November 2020
Amsterdam/Bonn –Die Malariamedikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin, die zur Behandlung bestimmter Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes zugelassen sind, die zu Beginn der Pandemie aber
Hydroxychloroquin und Chloroquin: Arzneimittelbehörden warnen vor psychiatrischen Nebenwirkungen
26. November 2020
Berlin – Falls sich robustere Lieferketten und umweltfreundliche Produktionsbedingungen vertragsrechtlich nicht durchsetzen ließen, ist die Politik gefordert, Maßnahmen für mehr Verlässlichkeit in der
AOK-Gemeinschaft plädiert für nachhaltigere Arzneimittelproduktion
26. November 2020
Mainz – Lieferengpässe sorgen im Augenblick dafür, dass Patienten, die an Hyperprolaktinämie und Akromegalie leiden, derzeit in der Apotheke oft nicht ihr gewohntes Präparat erhalten. Die Deutsche
Lieferengpässe bei Arzneimitteln gegen Hyperprolaktinämie und Akromegalie
24. November 2020
Berlin – Der Vorsitzende der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Wolf-Dieter Ludwig, hat darauf hingewiesen, dass das Therapiefeld der Arzneimittel für neuartige Therapien
AkdÄ: G-BA-Beschluss zur Qualitätssicherung bei Gentherapien sehr wichtig
24. November 2020
Boston – Kann der Wirkstoff Finasterid, der die Steroid-5alpha-Reduktase hemmt und damit möglicherweise die Konzentration eines Neurosteroids im Gehirn senkt, bei jungen Männern, die das Mittel zur
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER