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Medizin

Fördert Bisphenol A die Adipositas bei Kindern und Jugendlichen?

Mittwoch, 19. September 2012

New York – Die Chemikalie Bisphenol A, die wegen ihrer potenziell gesundheitsschädlichen Wirkung im letzten Jahr in Babyflaschen verboten wurde, könnte bei Kindern und Jugendlichen die Entwicklung einer Adipositas fördern. Dieser Verdacht ergibt sich aus den Ergebnissen einer Querschnittsstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 1113-1121).

Bisphenol A ist bekanntlich in Kunststoffen und Epoxidharzbeschichtungen vieler Lebensmittelverpackungen und Konserven enthalten. Exponiert sind keineswegs nur Säuglinge und Kleinkindern, sondern Menschen jeden Alters. Bisphenol A ist deshalb im Urin der meisten Menschen nachweisbar, wenn auch nur in kleinsten Mengen. Die könnten jedoch ausreichen, um Gesundheitsstörungen zu verursachen. Denn Bisphenol A hat eine hormonartige Wirkung. Das „künstliche“ Östrogen steht im Verdacht als endokriner Disruptor verschiedene Gesundheitsstörungen zu verursachen, ohne dass sich dies bisher schlüssig beweisen lässt.

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Die Debatte um die möglichen Gesundheitsrisiken hat die US-Statistikbehörde veranlasst, die Bisphenol A im Harn von Teilnehmern der National Health and Nutrition Examination Surveys (NHANES), einer repräsentativen Stichprobe der US-Bevölkerung, zu bestimmen. Der Pädiater Leonardo Trasande von der NYU School of Medicine in New York City hat die Messergebnisse von 2.828 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 19 Jahren mit dem Körpergewicht in Beziehung gesetzt. Er ist dabei auf eine signifikante Assoziation gestoßen. Kinder und Jugendliche mit den niedrigsten Exposition waren weniger als halb so häufig adipös als Kinder und Jugendliche mit der höchsten Belastung: 10,3 versus 22,3 Prozent im untersten gegenüber dem obersten Quartil.

Die Assoziation blieb vorhanden, wenn verschiedene andere mögliche Auslöser der Adipositas, die in NHANES abgefragt oder gemessen wurden, berücksichtigt wurden. Interessanterweise war die Assoziation auf Kinder und Jugendliche europäischer Herkunft beschränkt. Statistisch ist das Ergebnis eindeutig.

Ob es allerdings auf eine echte Schadwirkung von Bisphenol A hinweist, kann die Querschnittsstudie nicht klären. Der wichtigste Einwand betrifft die Zufuhr von Bisphenol A über die Nahrung. Eine erhöhte Exposition könnte allein darauf zurückzuführen sein, dass fettleibige Kinder und Jugendliche mehr Nahrung zu sich nehmen als normalgewichtige und sich vermutlich häufiger von Fertiggerichten (aus Konserven oder Plastikverpackungen) ernähren.

Trasande kann diese reverse Kausalität nicht ausschließen, obwohl er die Kalorienzufuhr in seine Berechnungen einfließen ließ. Der Pädiater verweist allerdings auf experimentelle Studien, in denen ein Einfluss von Bisphenol A auf den Energie- und Fettstoffwechsel erkennbar war. © rme/aerzteblatt.de

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