NewsÄrzteschaftUltraschall bei Abklärung anhaltender Lymphknoten­schwellungen sinnvoll
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ultraschall bei Abklärung anhaltender Lymphknoten­schwellungen sinnvoll

Donnerstag, 20. September 2012

© Fotolia

Davos – Auf die Möglichkeiten einer Ultraschalluntersuchung bei anhaltender Lymph­knotenschwellung hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hingewiesen. Mit Beginn der Erkältungszeit im Herbst entwickelten viele Menschen tastbare Knoten am Hals. „Am häufigsten sind grippale Infekte oder leichte Entzündungen die Ursache für geschwollene Lymphknoten“, erklärt Stefan Delorme, Präsident der DEGUM und stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKZF) in Heidelberg.

Dennoch sollten Betroffene geschwollene Lymphknoten beobachten und nach spätes­tens drei bis vier Wochen einen Arzt aufsuchen, falls sie nicht abschwellen oder sogar an Größe zunehmen. Bei der Diagnostik erfrage der Arzt zunächst die Krankheits­geschichte des Patienten, taste den Knoten ab und erstelle ein Blutbild: „Von Krebs befallene Lymphknoten sind typischerweise schmerzlos, oft hart und wachsen weiter“, so Delorme. Bei einer akuten Infektion hingegen sei ein geschwollener Lymph­knoten frei beweglich, weniger fest und häufig schmerzhaft.

Anzeige

Um ein genaueres Bild zu bekommen, empfiehlt die DEGUM eine Ultraschall­unter­suchung. Hierbei ergebe sich häufig, dass der Lymphknoten typische Merkmale einer Entzündung aufweise, also eine ovale oder Spindelform, eine erhaltene Architektur und ein normales Gefäßmuster.

Delorme betont: „In solchen Fällen ist es gerechtfertigt, zunächst abzuwarten und den Befund zu kontrollieren, ohne gleich eine Probe entnehmen zu müssen.“ Anders verhalte es sich, wenn der Lymphknoten mehr als einen Zentimeter dick sei, eine runde Form und ein abnormes Gefäßmuster oder Verkalkungen zeige. Solche Befunde seien verdächtig auf einen Tumorbefall.

„Dass auch mit dem Ultraschall Fehleinschätzungen möglich sind, versteht sich, deshalb sind auch bei wenig verdächtigen Befunden Verlaufskontrollen erforderlich“, ergänzt der DEGUM-Präsident. Gleichwohl sei zur Einschätzung tastbarer Lymphknotenschwellungen der hochauflösende Ultraschall der Computertomographie und der Magnetresonanz­tomographie überlegen, so Delorme. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Juli 2019
Berlin – Ein Ultraschallgerät im Notarzteinsatzfahrzeug kann maßgeblich dazu beitragen, zeitnah die richtige Diagnose zu stellen und damit die richtige Therapie einzuleiten. Darauf hat jetzt die
Fachgesellschaft setzt sich für mobile Sonografiegeräte für Notfallmediziner ein
30. Januar 2019
Berlin – Deutliche Kritik an der neuen Strahlenschutzverordnung, die zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, übt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Hintergrund ist,
Fachgesellschaft betont Unbedenklichkeit des Ultraschalls in der Schwangerschaft
7. November 2018
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat zum ersten Mal einen Auftrag zur wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung einer sogenannten Erprobung vergeben. Bei der geplanten Studie geht es
Erster G-BA-Auftrag zur wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung einer Erprobung
26. Juni 2018
Berlin – Mitte Februar hatte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die Anwendung des ultraschall-gesteuerten hochintensiven fokussierten Ultraschalls (HIFU) als Behandlungsmethode im Krankenhaus bei
Ministerium beanstandet G-BA-Beschluss zum hochintensiven fokussierten Ultraschall
26. Juni 2018
Oslo – Frauen mit einem dichten Brustgewebe haben ein höheres Krebsrisiko als Frauen mit mammographisch weniger dichten Brüsten. Zwischen den Brustkrebs-Screeningterminen entdeckten Ärzte in Norwegen
Höhere Krebsrate bei Frauen mit dichtem Brustgewebe
18. Juni 2018
Essen/Berlin – Der sogenannte Igel-Monitor beurteilt den Nutzen von Ultraschalluntersuchungen bei der Früherkennung von Brustkrebs weiterhin mit „unklar“. „Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten
Brustkrebsfrüherkennung: Unterschiedliche Auffassungen zum Nutzen des Ultraschalls
30. Mai 2018
Berlin – Mit der Röntgenuntersuchung der Brust – dem hierzulande häufigsten Diagnoseverfahren – kann ein Großteil der Mammakarzinome häufig nicht eindeutig identifiziert werden. Mit einem ergänzenden
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER