NewsPolitikBayerische Allianz für Krankenhäuser kämpft gegen Unterfinanzierung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bayerische Allianz für Krankenhäuser kämpft gegen Unterfinanzierung

Freitag, 21. September 2012

München – Auf die prekäre Lage der Kliniken in Bayern hat die „Bayerische Allianz für Krankenhäuser“ hingewiesen. Ihr gehören 13 Verbände des Gesundheitswesens an, unter anderem kommunale, private und kirchliche Krankenhausträger, die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband Bayerns. Sie kritisieren, dass immer mehr Krankenhäuser ihre Kosten nicht mehr decken könnten und in eine finanzielle Schieflage gerieten.

Dass eine solch große Anzahl von Institutionen und Verbänden den Schulterschluss übt, ist für den Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft Siegfried Hasenbein ein unmissverständliches Signal: „Trotz Meinungsunterschieden in mancher Einzelfrage, eint uns die Sorge um die negativen Auswirkungen auf die Patienten und Mitarbeiter in den Kliniken“, sagte er heute in München. Die Allianz appelliere an die Politiker in Bund und Ländern, Ungerechtigkeiten und Fehlanreize im Finanzierungs­system der Krankenhäuser zu beseitigen.

Anzeige

Die Bayerische Landesregierung hat heute einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, der die Situation für die Kliniken verbessern soll. Die Allianz für Krankenhäuser appelliert an die Politiker, diesen Antrag schnellstmöglich in ein Gesetzesvorhaben umzusetzen.

Der Bundesratsantrag fokussiert auf zwei Punkte in der Krankenhausfinanzierung: Zunächst auf eine in Paragraph zehn des Krankenhausentgeltgesetzes verankerte, von der Allianz „Kollektivhaftung“ genannte Regelung: Danach sinkt der Preis für Behandlungen für alle Krankenhäuser im Land, wenn die Anzahl der Patienten und die Schwere der Erkrankungen ansteigen – die sinkenden Preise müssen auch diejenigen Kliniken tragen, die nicht mehr Patienten behandelt haben.

Außerdem fordert der Bundesratsantrag, die tatsächlichen Kostensteigerungen stärker zu berücksichtigen. Es sei nicht länger zu akzeptieren, dass die Erlöse der Kliniken per Gesetz von der allgemeinen Kostenentwicklung abgekoppelt würden. „Zunehmend wird die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser gefährdet. Kliniken kämpfen seit Jahren mit einer Lücke zwischen Einnahmen und Kostensteigerungen“, erläutert die Bayerische Staatsregierung in der Begründung des Bundesratsantrages.

„Es muss der Grundsatz gelten, dass sich ein bedarfsgerechtes wirtschaftliches Krankenhaus aus dem Behandlungspreis finanziert“, fordert Hasenbein. Er betonte, die Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter würden im bevorstehenden Wahljahr kein Verständnis dafür zeigen, wenn sie erneut vertröstet würden und sich die Situation in den Kliniken weiter zuspitze.

Der Bundesrat hat den Bayerischen Antrag heute an den federführenden Gesundheits­ausschuss sowie an den Finanz- und Innenausschuss überwiesen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #562834
anaesthesist_meyer
am Samstag, 22. September 2012, 14:51

Kliniken sind keine Profitcenter, wann begreifen wir das endlich?

Es überleben am "Krankenhausmarkt" nicht unbeding die medizinisch guten und für ihre Region notwendigen Versorgungseinrichtungen. Es setzen sich die Häuser durch, die auf Teufel komm' raus Fälle generieren, sich die lukrativen DRG's rauspicken, die Patienten viel zu früh entlassen, heißt eine schlechte Humanmedizin praktizieren, und die ihr Personal schlecht behandeln und unter Wert vergüten. Das sind die Gewinner in der Krankenhauslandschaft. Wer da eine andere Entwicklung sieht oder behauptet ist entweder blauäugig oder verlogen oder ganz einfach dumm!
LNS

Nachrichten zum Thema

20. November 2020
München – Als Lehre aus manchen Engpässen in der Coronakrise macht sich Bayerns Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) für die Zukunft den Aufbau einer Pflegereserve stark. Damit soll
Künftige Krisen und Notlagen: Holetschek für Pflegereserve
20. November 2020
Stuttgart/Ludwigsburg – Das Freihalten von Betten für Coronapatienten hat die Krankenhäuser finanziell in die Bredouille gebracht. Nicht belegte Betten habe man bislang nicht abrechnen können,
Krankenhäuser können Rechnungen nicht mehr bezahlen
19. November 2020
Berlin – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) glaubt nicht, dass die Hilfe, die der Gesetzgeber mit dem gestern verabschiedeten 3. Bevölkerungsschutzgesetz für manche Kliniken aufgelegt hatte,
Finanzierungshilfen: Kliniken und Länder plädieren für Nachbesserungen
19. November 2020
Regensburg/Berlin – Im vergangenen Jahr sind 650 Menschen in Deutschland an einer Opioidvergiftung gestorben. Schätzungen zufolge sind bei Überdosierungen in zwei von drei Fällen jedoch andere
Naloxon-Nasenspray kann bei Überdosierungen Leben retten
17. November 2020
München – Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat Eilanträge gegen den coronabedingten Teillockdown im Freistaat abgewiesen. In einer heute veröffentlichten Entscheidung lehnten es die Richter ab,
Verfassungsgerichtshof weist Eilanträge gegen Teillockdown ab
16. November 2020
Berlin – Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat mehr Spielraum für die Bundesländer bei der Auswahl der Krankenhäuser gefordert, die während der zweiten
DKG-Präsident Gaß plädiert für regionale Spielräume bei Coronahilfen
16. November 2020
Berlin – Vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Coronalage in Deutschland forderte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Klaus Reinhardt, eine stärkere Unterstützung für die Krankenhäuser. Viele
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER