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Striktes Rauchverbot in der Schweiz gescheitert

Montag, 24. September 2012

In manchen schweizer Bars bleibt das Rauchen erlaubt /dpa

Zürich – In der Schweiz ist eine Volksabstimmung für ein strikteres Rauchverbot gescheitert. Die große Mehrheit der Wähler lehnte die Initiative „Schutz vor Passivrauchen“ am Sonntag ab, wie die Nachrichtenagentur sda berichtete. Damit bleibt es in der Eidgenossenschaft bei sehr unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Kantonen.

In 25 der 26 Kantone stimmte die Mehrheit der Stimmberechtigten gegen strengere Regeln zum Nichtraucher-Schutz, teils mit Mehrheiten von über 70 Prozent. Im Schnitt sprachen sich gut 65 Prozent gegen die Initiative aus. Allein im Kanton Genf erreichten die Befürworter eines strengeren Rauchverbots eine knappe Mehrheit. Damit scheiterte die Volksinitiative auf ganzer Linie, denn neben der Mehrheit der Wähler – des sogenannten Volksmehr – wäre auch die Mehrheit der Kantone – das Ständemehr – notwendig gewesen.

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Die 2009 gestartete Volksinitiative hatte sich für einen umfassenden Schutz gegen das Passivrauchen am Arbeitsplatz und in geschlossenen öffentlichen Räumen ausgesprochen. Vorgesehen waren nur wenige Ausnahmen. Derzeit sind die Regelungen in den einzelnen Regionen der Schweiz sehr unterschiedlich.

In acht der 26 Kantone gilt ein umfassendes Rauchverbot. Elf Kantone wenden das Bundesgesetz an, welches das Rauchen in kleinen Cafés, Bars und Restaurants sowie in abgetrennten Räumen in größeren Restaurants erlaubt. Sieben weitere Kantone wiederum verbieten Rauchergaststätten, erlauben aber Raucherräume.  

Die Wirtschaft begrüßte das Ergebnis der Abstimmung. Das Volk habe ein starkes Zeichen der Vernunft ausgesandt, erklärte der Gastronomie-Dachverband Gastrosuisse. Die Initiatorin des Referendum, die Schweizer Lungenliga, zeigte sich enttäuscht: Acht Stunden Arbeit im Tabakqualm hätten die gleiche Wirkung wie das Rauchen von 15 bis 38 Zigaretten. Laut Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) sterben jährlich 600.000 Nichtraucher am Passivrauchen. © kna/aerzteblatt.de

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