NewsÄrzteschaftKammer Westfalen-Lippe fordert professionelles Fehler-Management
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kammer Westfalen-Lippe fordert professionelles Fehler-Management

Montag, 24. September 2012

Münster – Einen offenen Umgang mit möglichen Behandlungsfehlern und Transparenz bei der Bearbeitung fordert die Ärztekammer Westfalen-Lippe. Gleichzeitig erleichtert sie den Beschwerdeweg für Patienten, die einen ärztlichen Behandlungsfehler reklamieren wollen. „Der Vorwurf eines Behandlungsfehlers muss objektiv und transparent verfolgt werden“, sagte der Präsident der Kammer, Theodor Windhorst. Es gehe nicht darum, bei Auseinandersetzungen zwischen Patienten und Ärzten zugunsten der Ärzte einzugreifen und Ansprüche abzuwehren.

Eine neue Informationsbroschüre der Gutachterkommission für ärztliche Haftpflichtfragen in Westfalen-Lippe erläutert Patienten die Voraussetzungen und Schritte zur Über­prü­fung eines vermeintlichen Behandlungsfehlers und macht den Beschwerdegang über­sichtlicher. Zudem können sich Patienten telefonisch unter der neu eingerichteten Service­nummer 0251 929-9100 an die Gutachterkommission wenden.

Anzeige

„Wir benötigen transparente Verfahren und eine gute Servicequalität“, sagte Windhorst. Belastbare objektive Begutachtungen müssten möglichst zeitnah erstellt werden. „Patien­tenschutz bedeutet gerade auch, dass Fehler nicht vertuscht werden. Vielmehr müssen festgestellte Fehler ausgewertet und zum Anlass genommen werden, das ärztliche Han­deln stetig zu verbessern“, so Windhorst.

Bei der Gutachterkommission Westfalen-Lippe wurden laut der Kammer im vergangenen Jahr 1.425 Anträge zur Bewertung eines eventuellen Behandlungsfehlers eingereicht. Dies sind drei Prozent mehr als im Vorjahr (2010: 1.384). Etwa 70 Prozent davon betreffen den stationären und 30 Prozent den ambulanten Bereich.

1.083 Anträge konnte die Kommission inhaltlich bewerten und mit einem gutachterlichen Bescheid abschließen. In 1.056 Fällen (83,4 Prozent) verneinte die Kommission ärztliche Fehlbehandlungen. In 210 Fällen (16,6 Prozent; im Vorjahr 13 Prozent) stellte sie jedoch auf der Basis zweier gutachterlicher Bewertungen einen Behandlungsfehler fest. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. November 2019
Oldenburg – Für ärztliche Kunstfehler bei seiner Geburt bekommt ein schwerstbehindertes Kind aus Gütersloh 500.000 Euro Schmerzensgeld. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden. Das Kind
Behindertes Kind bekommt Schmerzensgeld wegen Kunstfehlers zugesprochen
7. November 2019
Gießen – Ein nach einem Behandlungsfehler hirngeschädigter Patient hat laut einer Entscheidung des Landgerichts Gießen Anspruch auf insgesamt 800.000 Euro Schmerzensgeld. Die Summe gehöre zu den
800.000 Euro Schmerzensgeld für Hirnschaden nach Nasen-OP
6. November 2019
Aurich – Im Skandal um defekte Bandscheibenprothesen in Ostfriesland hat ein angeklagter Arzt vor Gericht Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen. Der Mediziner soll für den bevorzugten Einsatz von
Arzt weist Korruptionsvorwürfe in Prozess um Bandscheibenprothesen zurück
4. November 2019
Aurich – Nach einem Skandal um defekte Bandscheibenprothesen muss sich ein 55 Jahre alter Mediziner aus Ostfriesland vor Gericht verantworten. Der fristlos entlassene Leiter der Wirbelsäulenchirurgie
Erster Prozess im Bandscheiben-Skandal gegen Chirurg beginnt
31. Oktober 2019
Berlin – Wie lassen sich Arztpraxen dazu bewegen, stärker und nachhaltig von Fehlerberichts- und Lernsystemen (CIRS, Critical Incident Reporting Systems) Gebrauch zu machen? Was sind die Hürden zur
Fehlermanagement in Arztpraxen: Impulse von außen sind wichtig
24. Oktober 2019
Berlin – Patientinnen und Patienten müssen im Schadensfall gegenüber Ärzten, Krankenhäusern, Arzneimittel- oder Medizinprodukteherstellern ihre Ansprüche besser durchsetzen können. Das hat heute in
AOK: Patienten müssen ihre Rechte besser durchsetzen können
24. September 2019
Berlin – Das erste standortübergreifende Critical Incident Reporting System (CIRS) für Studierende der Humanmedizin, der Pharmazie sowie Teilnehmer der postgradualen Psychotherapieausbildung ist
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER