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Medizin

Immer weniger Todesfälle nach Narkose

Dienstag, 25. September 2012

dpa

London – Das auf die perioperative Anästhesie bezogene Sterblichkeitsrisiko ist in den letzten Jahrzehnten stark gesunken, vor allem in den Industrieländern. Wie eine neue Studie im Magazin The Lancet (doi: 10.1016/S0140-6736(12)60990-8) zeigt, ist die Mortalität nach einer Narkose seit den 1970er Jahren um rund 90 Prozent gesunken. Die Studie unter der Leitung von Daniel Bainbridge von der University of Western Ontario im kanadischen London umfasst eine Analyse von insgesamt 87 Studien, die weltweit dazu durchgeführt wurden und berücksichtigt auch die Unterschiede zwischen Entwicklungs- und Industrieländern. Diese Studien mussten eine Mindestanzahl von 3.000 Patienten haben, wobei die Autoren immer eine Allgemeinanästhesie und eine durchmischte Patientengruppe untersuchten.

Als primäres Messergebnis zählten die Wissenschaftler allein durch eine Narkose bedingte Mortalität. Dabei fanden sie heraus, dass im Gegensatz zu 1970 heutzutage 90 Prozent weniger Patienten als Folge einer Narkose versterben. Während bis zum Jahr 1970 nach einer Million Operationen noch 357 Patienten in der Folge verstarben, sank diese Zahl stetig auf 52 in den 80er Jahren bis hin zu 34 in den 90er Jahren. Dies bedeutet, dass die Sterblichkeit nach einer Narkose heutzutage nur noch ein Zehntel der Mortalitätsrate von vor 50 Jahren beträgt.

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Trotz der positiven Resultate ihrer Untersuchungen fordern die Autoren, dass die auf die Anästhesie bezogene Mortalität noch weiter verbessert werden müsste, gerade in den Entwicklungsländern. Denn dort sei die Mortalitätsrisiko durch eine Narkose immer noch höher als in besser entwickelten Ländern.

Aber auch in den Industrienationen gibt es nach Auffassung von Bainbridge noch keinen Grund, sich mit den Ergebnissen endgültig zufrieden zu geben. Das perioperative Risiko durch eine Anästhesie sei immer noch deutlich zu hoch, so der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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