NewsPolitikEmbryonale Stammzellforschung: Interfraktionelles Bündnis fordert Stopp der EU-Förderung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Embryonale Stammzellforschung: Interfraktionelles Bündnis fordert Stopp der EU-Förderung

Dienstag, 25. September 2012

dpa

Berlin – ­ Deutsche Steuergelder dürfen nicht über den Umweg Europa für die Förderung von Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen eingesetzt werden, die in Deutschland verboten wurde, fordert der gesundheitspolitische Sprecher der europä­ischen Christdemokraten, Peter Liese, gemeinsam mit Abgeordneten verschiedener Fraktionen des Deutschen Bundestages.

Hintergrund sind die Debatten, die momentan in der Europäischen Union über eine Regelung der Forschungsförderung für das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm 2014 bis 2020, genannt Horizon 2020, laufen. Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, die derzeitige Praxis fortzuführen. Momentan unterstützt die Europäische Kommission zwar keine Forschung mit menschlichen Embryonen selbst, wenn diese dabei zerstört werden.

Anzeige

Forschung an embryonalen Stammzelllinien ist jedoch ohne Stichtag möglich. „Das heißt, dass deutsche Steuerzahler über den Umweg Europäische Union Forschung finanzieren, die in Deutschland bei Strafe verboten ist“, erklärte der deutsche EU-Abgeordnete Liese.

In der vergangenen Woche hat jedoch der Rechtsausschuss des Europäischen Parla­ments mit überwältigender Mehrheit (18 zu 5 Stimmen) beschlossen, die Forschung mit menschlichen Embryonen und menschlichen embryonalen Stammzellen komplett aus der Forschungsförderung herauszunehmen, berichtete Liese weiter.

Die Abgeordneten des Rechtsausschusses beriefen sich auf verschiedene Rechts­gut­achten und das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Fall des Stamm­zellforschers Oliver Brüstle gegen Greenpeace. Der EuGH hat im vergangen Jahr entschieden, dass menschliche embryonale Stammzellen in der Europäischen Union nicht patentiert werden dürfen.

„Wir begrüßen das Votum des Rechtsausschusses des Europäischen Parlaments und fordern die Mitglieder des Europäischen Parlaments und die Vertreter der Mitglied­staaten im Ministerrat auf, den Kommissionsvorschlag dringend zu ändern“ , erklärten die Bundestagsabgeordneten Ilja Seifert (Linke), Rene Röspel (SPD), Birgitt Bender (Grüne) und Günter Krings (CDU). Liese zeigte sich zudem zuversichtlich, dass auch die Bundesregierung diese Entscheidung mittragen werde. Gespräche mit der FDP liefen bereits. © ER/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Oktober 2018
Bethesda/Maryland – Das US-amerikanische National Heart, Lung, and Blood Institute hat eine zentrale Studie zur Stammzelltherapie der ischämischen Kardiomyopathie vorübergehend gestoppt. Hintergrund
Stammzellstudie zur Behandlung der ischämischen Kardiomyopathie gestoppt
28. September 2018
New York – Eine autologe Stuhltransplantation kann die schwere Störung der Darmflora, zu der es nach einer hämatopoetischen Stammzelltherapie infolge der notwendigen Antibiotikabehandlung kommt, rasch
Autologe Stuhltransplantation beschleunigt Erholung der Darmflora nach Stammzelltherapie
21. September 2018
Cincinnati/Ohio – US-Forschern ist es gelungen, das Gewebe einer Speiseröhre im Labor zu züchten. Das Ziel ist allerdings nicht die Bereitstellung von Transplantaten. Die in Cell Stem Cell
Speiseröhre im Labor gezüchtet
17. September 2018
St. Louis – Ob eine allogene Stammzelltransplantation ein myelodysplastisches Syndrom (MDS) zur Ausheilung gebracht hat, könnte durch die Sequenzierung bestimmter Gene in Knochenmarkzellen frühzeitig
Myelodysplastisches Syndrom: Genetischer Fingerabdruck sagt Rezidiv nach Stammzelltherapie voraus
10. September 2018
Düsseldorf – Das Kompetenznetzwerk Stammzellforschung Nordrhein Westfalen (NRW) soll ab 2019 eine dauerhafte Landesförderung erhalten – vorbehaltlich der Entscheidung des Landtags über den Haushalt.
Kompetenznetzwerk Stammzellforschung soll dauerhaft gefördert werden
31. Juli 2018
Mannheim – Am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hat das Hector Institute for Translational Brain Research (HITBR) seine Arbeit aufgenommen. Wissenschaftler wollen dort über die
Institut für Stammzellforschung in der Psychiatrie nimmt Arbeit auf
18. Juli 2018
Köln – Ob Patienten mit einem aggressiven B-Zell- oder T-Zell-Lymphom von der allogenen Stammzelltransplantation profitieren, ist unklar. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Vorbericht des
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER