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Genmais-Debatte: EU stimmt über Erlaubnis für weitere Sorte ab

Mittwoch, 26. September 2012

dpa

Brüssel – Inmitten der Diskussion über die Gefahr von Genmais für die Gesundheit entscheiden die EU-Länder über die Zulassung einer weiteren Genmais-Sorte. Bei der Abstimmung am Donnerstag droht nach Angaben von EU-Diplomaten ein Patt - und somit eine Zulassung durch die EU-Kommission.  Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) legt kommende Woche eine Bewertung der umstrittenen Studie zu der Wirkung von Genmais auf Ratten vor.    

 Vertreter der 27 EU-Länder kommen am Donnerstag in Brüssel zusammen, um erneut über die Zulassung der Genmais-Sorte MIR162 des Agrarkonzerns Syngenta zu entscheiden. Bei einer ersten Abstimmung am 10. September hatte es weder eine ausreichende Mehrheit für noch gegen die Zulassung der Genmais-Sorte zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln gegeben.  

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Als Vertreter Deutschlands reist ein Beamter aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an - und wird nicht für oder gegen die Zulassung der Genmais-Sorte stimmen. „Deutschland wird sich wie schon bei der ersten Abstimmung erneut enthalten“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Ergibt die Abstimmung erneut ein Patt, steht der Mais in der EU vor der Zulassung. Denn dann entscheidet die EU-Kommission. Und da nach der Beurteilung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kein Gesundheitsrisiko durch MIR162 besteht, ist grünes Licht der Kommission zu erwarten. Allerdings hat sich die Lage seit der ersten Abstimmung geändert.

Ein französisches Forscherteam veröffentlichte in der vergangenen Woche eine Studie, nach der mit Genmais gefütterte Ratten jünger starben und deutlich häufiger an Krebs erkrankten als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhielten. Die Ratten wurden dabei mit Genmais der Sorte NK603 des US-Agrarkonzerns Monsanto gefüttert. Der ist in der EU nicht zum Anbau, jedoch zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen.  

In der EU erregte die Studie Aufsehen und löste eine Diskussion über die Zulassung von Genpflanzen aus. Ebenso wie die Bundesregierung gab die EU-Kommission eine Bewertung der Studie in Auftrag. Die EFSA will kommende Woche eine „vorläufige wissenschaftliche Bewertung“ vorlegen.

Der Monsanto-Konzern hatte die Studie scharf kritisiert. Die Untersuchung entspreche nicht den „akzeptablen Mindeststandards“ für wissenschaftliche Studien, die Ergebnisse würden durch die vorgelegten Daten nicht gestützt. Es gebe daher „keinen nachvollziehbaren Zusammenhang“ zwischen gentechnisch verändertem Mais und den von den Autoren der Studie formulierten Ergebnissen. 

Aber auch in den Augen von Forschern ist die Studie umstritten. Der Direktor des Max-Plank-Instituts für Evolutionstheorie in Plön, Dietmar Tautz, sagte am Mittwoch dem Radiosender MDR-Info, die Arbeit habe zwei große Mängel: „Zum einen ist der verwendete Rattenstamm ungeeignet für Langzeitstudien. Außerdem „waren die Kontrollgruppen auch für eine normale Studie viel zu klein“.  

Tautz warf den Autoren „Sensationsmache“ vor. Es gebe derzeit über 20 Langzeitstudien zum Thema. In keiner sei der Hinweis zu finden, dass Genmais ein höheres Krebsrisiko zur Folge habe. © afp/aerzteblatt.de

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