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Ärzteschaft

Evaluation weist Vorteile ambulanter Tonsillotomie bei Kindern nach

Mittwoch, 26. September 2012

München – Krankhaft vergrößerte Gaumenmandeln (Tonsillenhyperplasie) bei Kindern lassen sich ambulant schmerzärmer durchführen. Auch der Heilungsprozess verläuft im Vergleich zu stationären Eingriffen schneller. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Evaluation der Zusatzvereinbarung Tonsillotomie der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB). Dazu wurden die elektronisch gesammelten Versicherungsdaten der BKK-Vertragsarbeitsgemeinschaft Bayern sowie der KKH-Allianz ausgewertet.

„Die wissenschaftliche Untersuchung belegt eine enorm hohe Prozess- und Ergebnis­qualität“, verweist  Hans Scherer, ehemaliger Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten der Berliner Charité, der die Analyse gemeinsam mit der KVB durchführte. Vor allem die im Vergleich zur stationär durchgeführten Tonsillektomie niedrige Komplikationsrate von nur einem Prozent, die schnellere Heilung und die hohe Zufriedenheit der Patienten seien überzeugende Argumente für ambulante Tonsillotomien.

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In Deutschland leiden bis zu fünf Prozent aller Kleinkinder im Alter von zwei bis sechs Jahren unter einer Tonsillenhyperplasie und den damit einhergehenden Beschwerden wie zum Beispiel einer Beeinträchtigung der Atmung, einer nasalen Aussprache, Schlafstörungen und Mittelohrproblemen bis hin zur Schwerhörigkeit. Während der Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) die vollständige Entfernung der Gaumenmandeln im Krankenhaus berücksichtigt, muss der ambulante Eingriff in der Regel als Zusatzleistung selbst bezahlt werden.

Dabei spricht aus Sicht von KVB-Vize Pedro Schmelz etliches für eine Mandelteilent­fernung: „Zum einen bleibt wertvolles immunologisches Gewebe erhalten, zum anderen ist die Methode sanfter und bedeutet weniger Schmerzen.“ Deshalb habe die KVB bereits seit drei Jahren Zusatzvereinbarungen mit gesetzlichen Krankenkassen geschlossen, die die Kosten auch für die fortschrittliche Mandelverkleinerung, den kleineren ambulanten Eingriff übernehmen.

Aktuell bestehen in Bayern Tonsillotomie­verträge mit Mitgliedskassen der BKK-Vertragsarbeitsgemeinschaft Bayern (BKK VAG), mit der KKH-Allianz und seit 2011 mit der Barmer GEK. © hil/aerzteblatt.de

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