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Politik

Probleme bei der Umsetzung der sektoren­übergreifenden Qualitätssicherung

Freitag, 28. September 2012

Berlin – Die Umsetzung der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung (SQS) ist schwieriger als erwartet. Es gehe nun vorrangig darum, pragmatische Lösungen in einzelnen Bereichen anzustreben, ohne allerdings das Ziel einer umfassenden SQS aufzugeben, betonte Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) anlässlich der 4. Qualitätssicherungskonferenz des G-BA am 27. September in Berlin.

„Die  sektorenübergreifende Qualitätssicherung ist alternativlos. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss wird diese deshalb gezielt weiter umsetzen und voranbringen“, sagte Regina Klakow-Franck. Die SQS sei allein schon deshalb unverzichtbar, weil immer mehr Leistungen künftig in gleicher Weise von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten erbracht würden, sagte die Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses Qualitätssicherung beim G-BA. Aber man habe mit der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung methodisches Neuland betreten.

„So einfach, wie wir uns das am Reißbrett ausgedacht haben, geht das nicht.“ Offen sei etwa auch noch, inwieweit man die elektronische Gesundheitskarte für SQS-Zwecke nutzen könne. So gebe es Diskussionen mit der Gematik, ob man eine QS-Marker auf die elektronische Gesundheitskarte aufbringen kann. Die unterschiedliche Kodierung des Behandlungsgeschehens in den Arztpraxen und den Krankenhäusern stelle ein riesiges Problem für die SQS dar.

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Die Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz, betonte die gute Zusammenarbeit mit dem G-BA und sicherte die konstruktive Unterstützung ihres Ministeriums bei dessen Qualitätsanstrengungen zu.  Im Hinblick auf die SQS, die sie als größte Herausforderung des G-BA bezeichnete, warb auch Widmann-Mauz für zeitnah zu entwickelnde praktikable Lösungen. Daneben sollte die Qualitätssicherung in den Sektoren forciert vorangetrieben werden.

Sie sprach sich für verstärkte Bemühungen um Transparenz der Qualitätsberichte für die Patienten aus; diesbezügliche Arbeiten sollten fortgesetzt werden. Wichtig sei es, dass die Qualitätssicherung bei allen Beteiligten Akzeptanz finde. Um dies zu erreichen, müsse auch sensibel mit den Daten umgegangen werden; sie sollten nur dort erhoben werden, wo es wirklich notwendig sei.

Vorgestellt wurde auf der Konferenz der vom AQUA-Institut im Auftrag des G-BA erstellte Qualitätsreport 2011. Dessen Geschäftsführer, Joachim Szecsenyi, bezeichnete den Report als ein Lehrbuch darüber, wie externe Qualitätssicherung angewendet werde. Mehr als in den Jahren zuvor sei der Report darauf ausgerichtet, einen konkreten Einblick zu vermitteln, wie das System der gesetzlichen Qualitätssicherung aufgebaut sei und wie es kontinuierlich weiterentwickelt werde.

Trotz vieler Verbesserungen zeigten die Ergebnisse des Reports, sagte Szecsenyi, „dass es in der Versorgung noch immer Defizite und Verbesserungspotenziale gibt“. Dies gelte etwa für die zu lange präoperative Verweildauer bei hüftgelenknahen Femurfrakturen oder für einige andere Indikatoren bei ambulant erworbenen Pneumonien, bei Hüft- und Knieendoprothesen und bei der Geburtshilfe.   © TG/aerzteblatt.de

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