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Magen-Darm-Grippe: Bund und Länder gründen Krisenstab

Freitag, 28. September 2012

Berlin – Nach dem Ausbruch einer Magen-Darm-Grippe in zahlreichen ostdeutschen Schulen und Kitas soll eine Ermittlungsgruppe von Bund und Ländern die Ursachenforschung vorantreiben. Die „Task Force“ arbeitet unter Federführung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und soll in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden die Ermittlungen koordinieren, wie das Bundesverbraucherministerium am Freitag mitteilte.

Die Aufklärung der Waren- und Lieferströme im Zusammenhang mit dem Kantinenessen in Schulen und Kitas werde auch über das Wochenende mit Hochdruck vorangetrieben. Die Zahl der Erkrankten erhöhte sich unterdessen deutlich. Noch am Freitag sollten erste Ergebnisse der Laboruntersuchungen vorliegen.

Zahl der Erkrankten weiter angestiegen
Bis zum Freitag wurden bundesweit knapp 6.500 Fälle registriert, wie die zuständigen Länderministerien mitteilten. Am deutlichsten war die Entwicklung in Berlin, wo ein Anstieg von 400 auf fast 2.200 Fälle verzeichnet wurde. In Sachsen hat sich die Zahl der betroffenen Kinder auf inzwischen 2.000 Erkrankte mehr als verdreifacht. In Brandenburg erhöhte sich die Zahl der Krankheitsfälle um 400 auf 1.500. Thüringen meldete mehr als 760 Erkrankungen, 260 mehr als am Mittwoch. Nach Angaben des RKI waren bislang „überwiegend unkomplizierte Verläufe“ zu beobachten.

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Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) gab das Ziel aus, „die Ursache der Erkrankungen schnellstmöglich zu finden und den Eintrag in die Lebensmittelkette zu stoppen.“ SPD und Linke hatten das Krisenmanagement des Ministeriums zuvor kritisiert.

Essenslieferant weist Vorwürfe zurück
Für die Vermutung, dass das Schulessen für die Erkrankungen verantwortlich sei, gebe „noch keine konkreten Beweise“, sagte der Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung, Jürgen Thier-Kundke. Das Robert-Koch-Institut kündigte an, noch im Laufe des Freitags die Ergebnisse der Laboruntersuchungen zu veröffentlichen.

Der Essenslieferant Sodexo wehrte sich unterdessen gegen die Vorwürfe, dass verunreinigtes oder verdorbenes Essen die Krankheitsfälle hervorrief. „Weniger als fünf Prozent der insgesamt von uns belieferten Schulen sind von den Erkrankungen betroffen“, sagte ein Unternehmenssprecher. Es gebe keinen Beleg für einen Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und den Essenslieferungen.

Ungeachtet dessen forderte der Landeselternausschuss in Berlin eine Abkehr von Großküchen in Bildungseinrichtungen. Zudem sollte das Schulessen durch Schule und Eltern mehr kontrolliert werden. „Wir müssen weg von der Großküche. Die Zukunft des Schulessens liegt bei kleinen und mittelständischen Unternehmen“, sagte der Vorsitzende Günter Peiritsch. Nur so sei eine schulnahe und bessere regionale Versorgung gewährleistet. Die AG Schulessen des Landeselternausschusses forderte eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. Preisdruck und eine mangelnde Kontrolle seien der Nährboden für solche Vorfälle. © dapd/aerzteblatt.de

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