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Akute Gastroenteritis: Höhepunkt offenbar überschritten

Montag, 1. Oktober 2012

dapd

Berlin – Mit mindestens 8.365 Erkrankungen ist die Erkrankungswelle von akuten Gastroenteritiden in den ostdeutschen Bundesländern der mit Abstand größte bekannte lebensmittelbedingte Ausbruch in Deutschland. Die meisten Erkrankungen verlaufen jedoch milde. Nur 23 Kinder und Jugendliche mussten hospitalisiert werden. Eine verminderte Zahl von Meldungen deutet auf ein Abklingen der kurzen Epidemie hin, deren Ursache weiter unbekannt ist.

Am Montag hat sich die Zahl der Erkrankungen durch Nachmeldungen auf 8.962 erhöht. Am stärksten betroffen sind Brandenburg mit 2896 gemeldeten Erkrankungen (hier allein 16 Hospitali­sierungen), Sachsen mit 2.880 Erkrankungen und Berlin mit 2.223 Erkrankungen.

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Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) traten die ersten Erkrankungen am Abend des 25. September auf. In Sachsen waren zwar bereits ab dem 19. September Fälle aufgetreten. Das RKI schließt aber nicht aus, dass diese einem separaten Geschehen zuzuordnen sind. Die große Mehrzahl der Erkrankungen sei zwischen dem 26. und 27. September aufgetreten. Seither ist die Zahl rückläufig.

Laut RKI treffen inzwischen überwiegend Nachmeldungen ein. Es besteht deshalb Anlass zur Hoffnung, dass die Epidemie glimpflich endet. Die Krankheitsverläufe seien bei den meisten Erkrankungsfällen kurz und unkompliziert, heißt es. Es bestünde kein Hinweis auf eine nennenswerte Anzahl von Sekundärinfektionen.

Die Ursache der Epidemie war bis Montagmorgen unklar. Das RKI sieht weiter einen Zusammenhang mit dem Kantinenessen, zumal nahezu alle Einrichtungen in Brandenburg, Berlin und Thüringen von einem gemeinsamen Lieferanten über regionale Küchen mit Essen versorgt wurden. Als mögliche Auslöser kämen Norovirus oder Toxine von toxinbildenden Bakterien (z.B.: Staphylococcus aureus, Bacillus cereus, Clostridium perfringens) in Betracht. Human- und Lebensmittelproben (z.B. Rückstellproben) würden weiter untersucht. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine „Task Force“ eingesetzt. Das RKI will Montag einen neuen Lagebericht abgeben.

Der Rückgang der Epidemie deutet an, dass die Verbreitung auf fäkal-oralem Wege, die bei Durchfallerregern immer möglich ist, keine große Rolle spielt. Dennoch rät das RKI den betroffenen Familien, auf eine Händehygiene und eine sorgfältige Sanitärhygiene zu achten. Patienten mit starken Beschwerden oder/und bestehenden gravierenden Vorerkrankungen sollten gegebenenfalls einen Arzt beziehungsweise eine Rettungsstelle aufsuchen. Säuglinge unter 6 Monate sollten in jedem Fall von einem Arzt untersucht werden.

Erstmals wird über Sekundärinfektionen von Eltern berichtet, die jedoch nur vereinzelt auftraten (Brandenburg 3, Berlin 2 Fälle). Das RKI gibt allerdings noch keine Entwarnung. Das Wochenende könnte zu einer scheinbaren Beruhigung geführt haben, da die Kinder und Jugendlichen zuhause nicht in den Betreuungseinrichtungen den dort vermuteten Noxen ausgesetzt waren. Ein gewisser Vorteil ergibt sich daraus, dass in Berlin und Brandenburg heute die Herbstferien beginnen.

Am Abend teilte das Landeslabor Berlin-Brandenburg mit, dass die die Untersuchung zahlreicher Lebensmittel und weiterer noch keine Rückschlüsse auf den Erreger zuließen. In den nächsten Tagen müssten daher weitere Proben untersucht werden. © rme/aerzteblatt.de

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