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Vermischtes

In vier Fällen Verstöße bei Organvergabe an Münchner Klinik

Montag, 1. Oktober 2012

Hamburg/München – In der Affäre um Unregelmäßigkeiten bei Organvergaben hat das Münchner Klinikum rechts der Isar Richtlinienverstöße eingeräumt. „Wir rechnen damit, dass es vier Fälle sind“, sagte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Reiner Gradinger, dem Spiegel. Das gehe aus der internen und derzeit noch laufenden Untersuchung von 163 Lebertransplantationen zwischen Januar 2007 und Juli 2012 hervor.  

In zwei Fällen gaben die Münchner dem Bericht zufolge gegenüber der Zuteilungsstelle für Spenderorgane Eurotransplant fälschlicherweise an, die Patienten seien zusätzlich zu ihrer Lebererkrankung auch noch dialysepflichtig. Dadurch erschienen diese demnach kränker, als sie tatsächlich waren und rutschten auf der Warteliste ganz nach oben. Bei den anderen zwei Fällen seien „Laborwerte zu hinterfragen“, sagte Gradinger dem Magazin. Demnach meldeten die Münchner auffallend hohe Laborwerte an Eurotransplant, so dass ihre Patienten bei der Organvergabe bevorzugt wurden.

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Das Klinikum rechts der Isar hatte vergangene Woche mitgeteilt, bei den festgestellten „Auffälligkeiten“ gehe um insgesamt neun Fälle. Laut Focus könnten Ärzte in manchen dieser Fälle Daten leberkranker Patienten nicht nur manipuliert haben, um sie kränker erscheinen zu lassen, sondern auch, um sie scheinbar gesünder zu machen – mit dem Ziel, ein Organ übertragen zu „dürfen“. Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, sagte dem Focus, es gehe „um falsche Laborwerte“, aber auch „um Patienten, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen Tumorleiden nicht mehr hätten transplantiert werden dürfen“.  

Das Klinikum rechts der Isar erklärte dazu am Samstag, die Aussage des Bundes­ärzte­kammerpräsidenten beziehe sich vermutlich auf einen der neun Fälle, bei dem ein Patient mit einer Tumorerkrankung eine Lebertransplantation erhalten habe. „Nach den vorläufigen Ergebnissen unserer Untersuchung liegen auch in diesem Fall keine Verstöße gegen die Richtlinien vor.“  

Zugleich bat das Klinikum „noch um wenige Tage Geduld, bis wir die zum Teil sehr komplexen medizinischen Entscheidungen detailliert nachvollzogen haben“. „Sobald wir alle Punkte geklärt haben, werden wir die Antworten auf die Fragen an die Bundes­ärzte­kammer senden und die Öffentlichkeit darüber informieren.“ Nach dem bisherigen Stand der internen Überprüfungen gebe es „keine Hinweise auf vorsätzliche Manipulationen“. © afp/aerzteblatt.de

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klausenwächter
am Dienstag, 2. Oktober 2012, 22:38

Handschrift der Hehler

Die Veränderung von laborchemischen Meßwerten und die Eingabe von erfundenen Krankheiten scheint ein einschlägige Handschrift in der kriminellen Vergabepraxis von Transplantaten zu sein.

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