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Künstliche Hornhaut vor der klinischen Erprobung

Montag, 1. Oktober 2012

Potsdam/Halle/Köln – Klinische Tests mit einer künstlich erzeugten Cornea sollen in Kürze in der Augenklinik Köln-Merheim beginnen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Joachim Storsberg vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam. „Wir entwickeln zwei unterschiedliche künstliche Hornhäute, eine davon können wir als einfachen Transplantatersatz den Patienten einsetzen, die eine Spenderhornhaut gut vertragen, aber wegen des großen Mangels keine erhalten“, sagte Storsberg.

Vor der klinischen Erprobung steht eine künstliche Hornhaut namens ACTO-TexKpro. Die Wissenschaftler veränderten den Grundstoff der künstlichen Hornhaut am Rand, so dass dieser fest mit der natürlichen Hornhaut verwachsen kann, während die innere Optik frei von Zellen sei und somit klar bleibe.

Die Wissenschaftler haben ihre Entwicklungen im Labor auf Verträglichkeit geprüft und sie in vivo mehreren Kaninchen eingesetzt: Die implantierten Prothesen erwiesen sich über sechs Monate als Reiz frei und gut verankert, eine Abstoßung fand nicht statt. „Die Kontrollen nach den Operationen zeigten, dass die Tiere die künstlichen Hornhäute gut vertragen“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

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Erkrankungen der Augenhornhaut sind häufig. Die etablierte Therapie ist die Transplantation der Cornea, doch Spenderhornhäute sind rar. Eine künstliche Hornhaut könnte diesen Mangel künftig ausgleichen und das Augenlicht der betroffenen Patienten retten. Wissenschaftliche Partner des IAP sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das ACTO e. V. und die Augenklinik Köln-Merheim. © hil/aerzteblatt.de

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