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Qualitätsoffensive für interventionelle Schlaganfall­behandlung

Dienstag, 2. Oktober 2012

Berlin – Ein Qualifizierungs- und Zertifizierungsprogramm für die neuroradiologische Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten haben die Deutsche Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR) und die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) vorgestellt. Es erweitert ein seit zwei Jahren bestehendes Programm zur interventionellen Radiologie der DeGIR.

„Interventionelle Radiologie markiert einen Megatrend in der Medizin: In zahlreichen Anwendungsgebieten sind die Erfolgsraten minimal-invasiver Verfahren denen offen-chirurgischer Verfahren ebenbürtig oder überlegen, während die Komplikationsraten zum Teil deutlich niedriger sind“, sagte Dierk Vorwerk, Präsident der DeGIR.

Auch aufgrund der demografischen Entwicklung, die eine Zunahme von Krebser­krankungen und Erkrankungen des Gefäßsystems mit sich bringe, werde der Bedarf an gut ausgebildeten interventionellen Radiologen zunehmen. „Das gemeinsame Zertifizierungssystem trägt diesen enormen Anforderungen durch ein strukturiertes Ausbildungsprogramm und die Festlegung von Standards Rechnung“, so Vorwerk.

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„Die interventionelle Neuroradiologie hat die Schlaganfallbehandlung in den vergangenen zehn Jahren revolutioniert“, sagte Olav Jansen, Präsident der DGNR. Umso wichtiger sei, dass gut ausgebildete Spezialisten sie vornähmen.

Das Programm von DeGIR und DGNR umfasst drei Stufen. Für das Basiszertifikat in Stufe 1 werden grundlegende Fähigkeiten in interventionellen Techniken vorausgesetzt. Das Spezialisierungszertifikat in Stufe 2 kann in sechs Modulen erworben werden, die die unterschiedlichen Bereiche abbilden, zum Beispiel Gefäß eröffnende und Gefäß verschließende Verfahren, Bild gestützte Gewebeprobenentnahmen, minimal-invasive Tumortherapien und Eingriffe in den Kopfgefäßen bei der Behandlung von Aneurysmen oder Schlaganfällen.

Stufe 3 ist das Ausbilderzertifikat, es wird an Ausbildungsstätten und deren Ausbilder mit Stufe 2-zertifizierten Ausbildern vergeben, die die Erfahrungen an andere Radiologen und Neuroradiologen weitergeben. Alle Zertifikate sind an den Facharzt für Radiologie beziehungsweise an die Schwerpunktbezeichnung Neuroradiologie gebunden. © hil/aerzteblatt.de

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