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Hannover: Chirurgen gelingt Lebend-Lungenspende

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Hannover – Eine Lebend-Lungenspende haben Chirurgen der Medizinischen Hoch­schule Hannover (MHH) vorgenommen. Ein elfjähriger Junge erhielt in einer aufwendigen Operation je einen Lungenlappen der Mutter und des Vaters. Der Patient leidet an einer Mukoviszidose. „Wir sind froh und dankbar, dass wir und die Ärzte Marius helfen konn­ten, wenn es aber genügend  Organspender in Deutschland geben würde, müssten die Ärzte nicht auf die Lebendspende zurück greifen“, sagte der Vater.

Die Eltern, die mit ihren beiden Kindern im Sauerland leben, hatten laut der Klinik nicht einen Zweifel, ihrem Sohn mit ihrer Lebendspende zu helfen. Der ist nach der Operation schon wieder mit anderen Dingen beschäftigt: So macht ihm das Fahrradfahren, das er vor der OP wegen Kurzatmigkeit gehasst hatte, heute Spaß. „Jetzt kann ich mit meinen Eltern unterwegs sein“, sagt er.

Bei einer Lungen-Lebendspende braucht der Empfänger zwei Lungenlappen. Zudem müssen die Blutgruppen und die Größen der Lungenlappen für den Empfänger passen. Die Lebendspende Ende April 2012 war für die Klinik auch eine logistische Heraus­forderung, da die Ärzte in drei Operationssälen parallel arbeiten mussten.

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Im ersten Saal entnahmen die Chirurgen der Mutter einen Lungenunterlappen. Ein anderes Team implantierte dieses Teilorgan ihrem Sohn, während das dritte Ärzteteam im dritten Saal dem Vater einen Lungenlappen entnahm. Der Eingriff dauerte sechs Stunden. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #52906
Poldii
am Freitag, 5. Oktober 2012, 19:12

@doc.nemo

Artikel in "Die Welt" vom 12.9.12:
"... Auch bei Lebendlungenspenden könne es zu schweren Komplikationen kommen. Künftig wolle man dies an der MHH nur wagen, "wenn es alternativlos ist", sagte Haverich.

Das klingt nicht nach einem harmlosen Eingriff.
Glauben wir denn wirklich, dass man Menschen eine Niere, eine Teilleber oder Teile der Lunge entfernen kann, ohne dass das Auswirkungen auf den Organismus hat? Selbst bei den Mandeln sind wir doch mittlerweile eines Besseren belehrt worden.

Die Natur hat uns mit dem ausgestattet, was wir zum (Über-) Leben benötigen. Wie kommen wir als Menschen/Mediziner dazu, zu glauben oder zu behaupten, die Natur habe sich dabei etwas übernommen und wir können leicht auf das eine oder andere verzichten, ohne das uns daraus gesundheitliche Nachteile entstehen?

Sollten aber gesundheitliche Nachteile zu erwarten sein, dann würde der Verweis auf §8 TPG greifen.
Avatar #88255
doc.nemo
am Freitag, 5. Oktober 2012, 09:50

@Poldii

Ich verstehe den Tenor Ihres Postings nicht ganz. Wollen Sie die Ärzte dafür rügen, dass sie den Eltern jeweils einen Lungenteil entnommen haben? Wozu der Verweis auf §8c TPG? In dem Artikel ist jedensfalls keine Rede von "schwerer gesundheitlicher Beeinträchtigung" der beiden Spender. Das ist bei Entnahme eines Lungenlappens auch nicht zu erwarten.
Avatar #52906
Poldii
am Donnerstag, 4. Oktober 2012, 15:43

TPG § 8 Entnahme von Organen und Geweben

(1) Die Entnahme von Organen oder Geweben zum Zwecke der Übertragung auf andere ist bei einer lebenden Person, soweit in § 8a nichts Abweichendes bestimmt ist, nur zulässig, wenn
1. die Person
a) volljährig und einwilligungsfähig ist,
b) nach Absatz 2 Satz 1 und 2 aufgeklärt worden ist und in die Entnahme eingewilligt hat,
c) nach ärztlicher Beurteilung als Spender geeignet ist und voraussichtlich nicht über das Operationsrisiko hinaus gefährdet oder über die unmittelbaren Folgen der Entnahme hinaus gesundheitlich schwer beeinträchtigt wird,....

Man möchte die Ärzte der Transplantationszentren manchmal regelrecht auffordern, über den § 8 Abs 1 Punkt c des Transplantationsgesetzes doch einmal intensiv nachzudenken.
LNS
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