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Individuelles Unterkieferimplantat in Dresden entwickelt

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Dresden – Ein Verfahren zur Herstellung von individuellen Unterkieferimplantaten haben Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden entwickelt. Die Forschungsgruppe aus Ingenieuren der Fakultät Maschinenwesen und Medizinern des Universitätsklinikums aus den Bereichen der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik sowie Ingenieuren der Hofmann & Engel Produktentwicklung GmbH fertigen das Implantat aus Titan.

„Weil das neue Unterkieferimplantat die gleiche Festigkeit und Geometrie wie die angrenzenden Knochen aufweist, bricht das Material nicht mehr an den Verbindungs­stellen, was dem Patienten ästhetische Defizite nach der Operation und weitere medizinische Eingriffe erspart. Zudem erfolgt die Befestigung am Restkiefer nun gewebeschonend. Das garantiert eine optimale Heilung“, erläuterte Ralph Stelzer, Inhaber der Professur für Konstruktionstechnik/CAD an der Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden.

Um die Biokompatibilität zu gewährleisten, verwendete die interdisziplinäre Forschungs­gruppe reines Titan. Dies wird in einem komplexen Fertigungsverfahren erst aufge­schmolzen und dann schichtweise aufgebaut. Die äußere Schale des Implantats entspricht mit einer Wandstärke von 0,3 Millimetern der Festigkeit des entfernten Kieferknochens. Damit das Titanimplantat nicht zu schwer oder temperaturempfindlich wird, ist es als Schalenkonstruktion gefertigt. Im Moment arbeiten die Forscher der Fakultät Maschinenwesen daran, den Innenraum des Implantates mit einer filigranen Struktur zu füllen, die das Knochenwachstum anregen soll.

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Bisher wurden Knochendefekte im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich mit konfek­tionierten Rekonstruktionsplatten behandelt. Dies führte laut der Arbeitsgruppe in etwa 45 Prozent der Fälle nach kurzer Zeit zu funktionellen und ästhetischen Komplikationen. Weil die Standardplatten nicht passgenau auf dem Restknochen angebracht werden konnten, wurde die darüber liegende Schleimhaut nach einer Operation stark strapaziert. Häufig entstanden Entzündungen und die Platten lockerten sich. © hil/aerzteblatt.de

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