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Ärzteschaft

Weiter Ärger um Grippeimpfungen in Norddeutschland

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Bad Segeberg/Hamburg – Der Ärger um die Grippeimpfungen in Schleswig-Holstein und Hamburg geht weiter. „Nachdem wir nun seit Tagen vertröstet wurden, informieren die Kassen die Öffentlichkeit heute vollmundig, dass unterdessen genug Impfdosen vorhanden seien. Das ist eine bewusste Täuschung“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein, Monika Schliffke.

Laut der KV gibt es die Impfstoffe nur vereinzelt in Apotheken. Die Patienten verstünden nicht, dass der Arzt keinen Impfstoff erhalte und machten die Praxen zum Teil für die Situation verantwortlich. Die KV kritisierte, die Kassen hätten sich „aus der Rolle des Partners in der Versorgung verabschiedet“.

Von einer ähnlichen Situation berichten die KV und der Apothekerverein Hamburg. „Offensichtlich genügte den Kassenvertretern die tröpfchenweise erfolgte Anlieferung von minimalen Bruchteilen an einige bevorzugte Apotheken als Feigenblatt für ihr vertragliches Missmanagement“, sagte der Vorsitzende des Apothekervereins, Jörn Graue.

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Am Montag hatten die Kassen mitgeteilt, die „flächendeckende Grippeschutzimpfung kann ab sofort beginnen“. „Dies ist definitiv falsch, denn am Dienstag und heute sind weiterhin nur geringe Mengen an die Apotheken geliefert worden“, so Graue. Eine flächendeckende Grippeschutzimpfung sei derzeit nicht möglich.

Apotheker und Ärzte fordern, dass die Krankenkassen die Impfstoffe freigeben. „Es kann doch nicht sein, dass ökonomisches Kalkül vor Versorgung geht“, sagte Walter Plassmann, stellvertretender Vorsitzender der KV Hamburg, „Wir wünschen uns, dass die Kassen aus diesem unrühmlichen Prozedere den einzig vernünftigen Schluss ziehen, in Zukunft wenigstens bei Impfstoffen auf Ausschreibungen zu verzichten“, ergänzte Graue. © hil/aerzteblatt.de

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