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Kaum Erfolge bei der Therapie von übergewichtigen Kindern

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Köln – Die Maßnahmen zur Gewichts­reduktion übergewichtiger Kinder und Jugendlicher zeigen bislang nur „begrenzt Wirkung“. Das berichtet die Bundeszentrale für gesund­heitliche Aufklärung (BZgA) aufgrund einer entsprechenden Studie. Dafür erfassten Ärzte und Wissenschaftler im Auftrag der BZgA Daten von 1.916 übergewichtigen Kindern und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren, die entweder rund ein Jahr lang ambulant oder rund sechs Wochen stationär behandelt wurden. Insgesamt beteiligten sich 48 Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet an der Untersuchung.

Den Daten zufolge konnten 56 Prozent der Kinder und Jugendlichen ihr Übergewicht reduzieren. Ein beziehungsweise zwei Jahre nach dem Ende der Programme zeigte sich eine Gewichtsabnahme jedoch nur noch bei 14 Prozent der Heranwachsenden. Auch weitere Ziele wie mehr Bewegung im Alltag, gesündere Ernährung, weniger Zeit vor dem Fernsehen oder PC sowie bessere Lebensqualität wurden langfristig nur bei zehn bis 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen erreicht.

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„Die Defizite in der Versorgung übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland zeigen, dass es bislang nicht gelungen ist, für diese jungen Patienten effektive und konstante Programme und Beratungsangebote zu schaffen“, sagte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Umso wichtiger sei es, Gesund­heits­förder­ung und Prävention zu stärken, so dass Übergewicht im Kindesalter gar nicht erst entstehe.

Für die Programme selbst fordert die Bundeszentrale eine bessere Verzahnung zwischen stationären und ambulanten Angeboten, eine systematische Erfassung und Dokumen­tation der Gesundheitsprogramme, um zukünftig Erfolgsfaktoren für effektive Programme besser zu identifizieren, und langfristige kommunale Ergänzungsangebote. © hil/aerzteblatt.de

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