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3,7 Millionen Tabletten in 100 Staaten beschlagnahmt

Donnerstag, 4. Oktober 2012

dapd

Köln/Wiesbaden – Im Zuge einer internationalen Operation gegen den Onlinehandel mit illegalen oder gefälschten Arzneimitteln hat der Zoll in Deutschland eine Vielzahl verdächtiger Brief- und Paketsendungen aus dem Verkehr gezogen. Bei einer Aktionswoche unter dem Decknamen „Pangea V“ wurden allein 68.000 Tabletten und Kapseln beschlagnahmt, wie das Zollkriminalamt (ZKA) und das Bundeskriminalamt (BKA) heute in Köln und Wiesbaden mitteilten. Daneben zog der Zoll auch Potenzmittel, Verhütungs- und Schlankheitsmittel sowie klassische Schmerzmittel und Antidepressiva ein.

Laut der internationalen Polizeiorganisation Interpol beschlagnahmten die Behörden in 100 an der Aktion beteiligten Staaten 3,75 Millionen gefälschte Tabletten mit einem Gesamtwert von rund acht Millionen Euro. Bei der einwöchigen Aktion wurden 79 Verdächtige festgenommen und 18.000 Internetseiten geschlossen, über die gefälschte Medikamente verkauft wurden. 

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Die von Interpol und der Weltzollorganisation ins Leben gerufene „Pangea“-Kontroll­operation fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt, Medikamente mit einem so hohen Marktwert wie in diesem Jahr wurden aber noch nie beschlagnahmt. Illegal im Internet angebotene Arzneimittel stellten ein unkontrollierbares Gesundheitsrisiko dar, warnten die Ermittler. Auch laufe der Verbraucher auf Anbieterseiten illegaler Arzneimittel im Internet Gefahr, seinen Rechner mit Schadsoftware zu infizieren und seine persönlichen Daten oder Zahlungsdaten Straftätern zur missbräuchlichen Nutzung zu überlassen.   

Lifestyle-Arzneimittel auf dem Vormarsch
Die Polizei in Deutschland ermittelte den Angaben zufolge allein von Januar bis September dieses Jahres in 284 Fällen gegen meist international organisierte Arzneimittelanbieter, die über Internet in Deutschland nicht zugelassene sowie gesundheitlich bedenkliche Arzneimittel vertreiben. Im Angebot der illegalen Händler befindet sich demnach ein breites Arzneimittelspektrum, insbesondere leistungs­steigernde und muskelaufbauende Arzneimittel sowie sogenannte Lifestyle-Arzneimittel wie Haarwuchsmittel und Appetitzügler. 

BKA-Präsident Jörg Ziercke erklärte, für die Sicherheitsbehörden gelte es, „den internationalen Täterstrukturen und damit dem grenzüberschreitenden Arzneimittelhandel durch eine konsequente Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern zu begegnen“.

ZKA-Präsident Norbert Drude nannte es „erschreckend, in welchem großen Ausmaß hier Skrupellosigkeit der Anbieter auf Sorglosigkeit der Käufer stößt“. „Der Schutz der Verbraucher vor illegalen und gefährlichen Arzneimitteln und der Kampf gegen gewissenlose Kriminelle ist inzwischen eine der zentralen Aufgaben der Zollfahndung.“ © afp/aerzteblatt.de

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