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Medizin

Schwangerschafts­hypertonie senkt IQ der Kinder bis ins Rentenalter

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Helsinki – Ein erhöhter Blutdruck während der Schwangerschaft wirkt sich möglicher­weise nachteilig auf die spätere kognitive Entwicklung des Kindes aus, was in einer Studie in Neurology (2012, doi: 10.1212/WNL.0b013e31826e2606) noch im hohen Alter nachweisbar war.

Katri Raikonen von der Universität Helsinki konnte auf die Daten der Helsinki Birth Cohort Studie zurückgreifen, die in den Jahren 1934 bis 1944 Hypertonie und Proteinurie bei 398 Schwangeren der finnischen Hauptstadt dokumentiert hatte. Ihre männlichen Kinder unterzogen sich später im Alter von 20 Jahren bei der Musterung zur Armee einem Test zu den verbalen und arithmetischen Fähigkeiten sowie zum räumlichen Vorstellungs­vermögen.

Wie Raikonen herausfand, schnitten die jungen Männer in diesem Intelligenztest signifikant schlechter ab, wenn ihre Mütter während der Schwangerschaft erhöhte Blutdruckwerte gehabt hatten. Der Unterschied im IQ-Test betrug 2,88 Punkte.

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Die gleichen Rekruten wurden später im Alter von 69 Jahren noch einmal untersucht. Raikonen kann erneut einen Nachteil für die „Kinder“ schwangerschaftshypertoner Mütter nachweisen. Der Unterschied im Intelligenztest betrug jetzt 4,36 Punkte.

Die British Heart Foundation erinnert daran, dass frühere Studien auf ein erhöhtes Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen im Erwachsenenalter hingewiesen haben. Die aktuelle Studie sehen die britischen Kardiologen als einen weiteren Anlass, auf die klinische Bedeutung der Hypertonie hinzuweisen, die bei ungefähr jeder zehnten Schwangerschaft auftrete. © rme/aerzteblatt.de

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