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Medizin

Weniger Schwangerschafts­abbrüche durch kostenfreie Kontrazeptiva

Freitag, 5. Oktober 2012

St. Louis – Das Angebot einer kostenfreien Kontrazeption mit Intrauterinpessaren oder Hormonimplantaten hat in einer Studie in Obstetrics and Gynecology (2012; doi: 10.1097/AOG.0b013e318273eb56) die Rate von Schwangerschaftsabbrüchen bei jungen Frauen in einer US-Metropole mehr als halbiert.

Unerwünschte Schwangerschaften treten in den USA häufiger auf als in anderen reichen Ländern. Eine Ursache liegt nach Ansicht von Jeff Peipert von der Washington University in St. Louis im US-Staat Missouri in der seltenen Verwendung von Intrauterinpessaren (IUD) oder Hormonimplantaten.

Sie sind in den USA relativ teuer (ein IUD kostet mehr als 800 US-Dollar) und werden deshalb von den Gynäkologen nur selten angeboten. Viele jüngere Frauen verhüten mit oralen Kontrazeptiva, deren Zuverlässigkeit, sicher auch wegen der häufigen Einnahme­fehler, laut Peipert etwa 20-fach geringer ist als bei Intrauterinpessaren oder Hormon­implantaten.

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Das CHOICE-Project hat seit August 2007 fast 10.000 jungen Frauen mit einem erhöhten Risiko einer ungewollten Schwangerschaft das Angebot einer kostenlosen Kontrazeption unterbreitet. Vor die freie Wahl gestellt, entschieden sich 58 Prozent für ein Intrauterinpessar und 17 Prozent für ein subdermales Hormonimplantat. Nur 9 Prozent wollten es mit der „Pille“ versuchen. Die anderen optierten für einen Vaginalring oder ein Kontrazeptivpflaster.

In den Folgejahren kam es zwar weiterhin zu Schwangerschaftsabbrüchen. Die Rate war mit 4,4 bis 7,5 pro 1.000 Frauen jedoch deutlich geringer als im Durchschnitt der USA, wo im Jahr 2008 auf 1.000 Frauen 19,6 Schwangerschaftsabbrüche kamen. Auch im Vergleich zum übrigen Stadtbereich von St. Louis (13,4/1000 Frauen) war die CHOICE-Studie ein Erfolg.

Am deutlichsten war der Unterschied bei den Teenagern: In der CHOICE-Kohorte betrug die Abortrate bei 15- bis 19-Jährigen 6,3 gegenüber 34,3/1000 Frauen im US-Durch­schnitt der Teenager. Ein wirksames Rezept gegen für die hohe Rate von ungewollten Schwangerschaften und Aborten liegt für Peipert deshalb in der möglichst kostenlosen Abgabe von langfristigen Kontrazeptiva durch den Staat oder die Krankenver­sicherungen. © rme/aerzteblatt.de

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